Supertanker letzte Hoffnung für BP?
Das Schiff "A Whale" ist mehr als drei Fußballfelder lang und zehn Stockwerke hoch: Bis zu 79,4 Millionen Tonnen Öl-Wasser-Gemisch können jeden Tag aufgenommen und gereinigt abgegeben werden. Der Konzern droht zum Übernahmeziel zu werden, heißt es.

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Im Golf von Mexiko hat ein Supertanker mit zweitägigen Tests zum Absaugen des ausgelaufenen Öls begonnen. Die Arbeiten nördlich des Lecks werden von der US-Küstenwache beobachtet, wie ein Sprecher von TMT Shippping Offshore, dem Besitzer des Supertankers mit dem Namen "A Whale", am Samstag mitteilte. Wenn alles nach Plan verläuft, hofft TMT, einen Vertrag für Absaugarbeiten zu erhalten. Das Schiff kann nach Angaben von Besatzungsmitgliedern bis zu 500.000 Barrel (79,4 Millionen Tonnen) Öl-Wasser-Gemisch pro Tag von der Meeresoberfläche absaugen.
Zehn Stockwerke hoch
Das Schiff - mehr als drei Fußballfelder lang und etwa zehn Stockwerke hoch - hat auf jeder Seite zwölf Öffnungen, die das ölige Wasser aufsaugen und es in gereinigtem Zustand wieder abgeben. Der Gigant sei extra wegen der Ölpest umgerüstet worden, heißt es in einer Mitteilung der TMT Group. "Eine große Katastrophe braucht eine große Lösung", sagte der Firmengründer Nobu Su. US-Regierungsschätzungen zufolge sind bisher 530 Millionen Liter Öl aus dem lecken Bohrloch am Meeresgrund ausgeflossen.
Nach dem Durchzug eines Hurrikans hat BP die Bemühungen zur Eindämmung der Ölpest wieder verstärkt. Am Freitag gelang es dem britischen Ölkonzern eigenen Angaben zufolge, 25.290 Barrel Öl abzusaugen oder zu verbrennen. Es gab aber auch negative Nachrichten. Einer Studie der US-Agentur für Ozeane und Atmosphäre zufolge wird das Öl mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent auch die beliebten Touristenziele in Florida erreichen und damit die US-Tourismusindustrie massiv treffen. Florida zählt jährlich 80 Millionen Besucher.
Derweil erwarten BP-Investoren einem Bericht der "Financial Times" zufolge eine Ablösung der Konzernspitze, sobald das schadhafte Bohrloch gestopft ist. "Wenn das hier vorbei ist, wird es eine umfassende Untersuchung geben, und wir erwarten irgendeine Maßnahme zum Austausch des Führungsteams", zitierte die Zeitung einen britischen Großaktionär BPs.
Andernfalls droht der Konzern dem Bericht zufolge zum Übernahmeziel zu werden. Wenn der Ölriese nicht in ruhigeres Fahrwasser gebracht werde, könne BP ins Visier von Rivalen wie Exxon Mobil, Royal Dutch Shell oder PetroChina geraten, zitierte die "FT" eine Person, die an der Erarbeitung der BP-Strategie beteiligt ist. Seit der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" am 20. April hat BP rund 100 Milliarden Dollar (79,7 Milliarden Euro) an Marktwert verloren. An den Börsen hatte es daher vor kurzem bereits Übernahmespekulationen gegeben.
Ausschuss tagt öffentlich
Unterdessen will ein von US-Präsident Barack Obama eingesetzter Untersuchungsausschuss zur Ölkatastrophe Mitte Juli erstmals öffentlich tagen. Bei dem zweitägigen Treffen in New Orleans am 12. und 13. Juli werde die Kommission von der Ölpest Betroffene anhören, teilten führende Mitglieder des siebenköpfigen Ausschusses mit. Zudem werde man den Rat von Experten zu regulatorischen, technischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Themen sowie Fragen des Risikomanagements suchen, um sicherzustellen, dass jegliche Tiefseebohrungen sicher seien.
Die US-Regierung hatte wegen des Desasters im Golf von Mexiko einen sechsmonatigen Stopp für Tiefseebohrungen angeordnet, der jedoch von einem Gericht wieder aufgehoben wurde. Die Regierung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Das Innenministerium will in den kommenden Tagen ein überarbeitetes Moratorium bekanntgeben.











