Öl könnte noch vier Jahre sprudeln
In der Ölquelle unter dem beschädigten Bohrloch im Golf von Mexiko befinden sich nach Schätzungen von BP noch mehr als sieben Milliarden Liter Öl. Damit würde die Quelle noch immer 94 bis 97 Prozent ihres Öl enthalten.

Foto © APDie Ölpest im Golf von Mexiko könnte Jahre dauern. Das wäre vermutlich das aus für die dort beheimateten braunen Pelikane
Angesichts der Geschwindigkeit, mit der das Öl derzeit austritt, würde es zwei bis vier Jahre dauern, bis die Gesamtmenge ins Meer geflossen ist, sagte BP-Chef Tony Hayward vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Eine "beispiellose Serie von Fehlern" habe zu der Ölpest im Golf von Mexiko geführt, die niemals geschehen dürfen, sagte Hayward weiter. BP werde den finanziellen Folgen des Disasters gewachsen sein, beteuerte er.
Hayward sagte den Abgeordneten sein Bemühen zu, verlorengegangenes Vertrauen in BP wiederherzustellen. "Ich weiß, dass nur Taten und Ergebnisse, nicht aber reine Worte dies erreichen können", sagte er. "Ich gebe Ihnen mein Versprechen als Chef von BP, dass wir nicht ruhen werden, ehe wir die Aufgabe erledigen." Er selbst sei "am Boden zerstört" über dieses "schreckliche Ereignis".
Ersatzbohrungen kommen voran
Inzwischen kommen die Entsatzbohrungen am Grund des Golfs von Mexiko nach Angaben der US-Küstenwache schneller voran, als erwartet. Admiral Thad Allen sagte am Donnerstag, die Bohrungen könnten in den kommenden drei bis vier Wochen ihr Ziel erreichen. Durch die neuen Bohrlöcher soll das bisher unkontrolliert aus dem Leck am Meeresboden austretende Öl abgepumpt werden. Ursprünglich hieß es, die Bohrlöcher würden vermutlich erst Mitte August fertig werden.
Rettungsfonds reicht nicht aus
Der US-Bundesstaat Louisiana schätzt, dass sich die Umwelt- und Wirtschaftsschäden durch die Ölpest im Golf von Mexiko auf 40 bis 100 Milliarden Dollar belaufen könnten. Der geplante Entschädigungsfonds sei zwar ein Anfang, sein Volumen von 20 Milliarden Dollar reiche aber vermutlich nicht aus, sagte Louisianas Schatzmeister John Kennedy am Donnerstag Reuters Insider TV. Der britische Energiekonzern BP hatte am Mittwoch auf Druck der US-Regierung zugestimmt, diese Summe in den Fonds einzuzahlen, mit dem unter anderem Aufräumarbeiten finanziert werden sollen.
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Seit dem Untergang der BP-Plattform im April im Golf von Mexiko laufen aus dem defekten Bohrloch täglich große Mengen Öl ins Meer. US-Experten erhöhten ihre Schätzung am Dienstag um 50 Prozent auf bis zu 9,5 Millionen Liter pro Tag. Das Öl hat bisher etwa 190 Kilometer der US-Küste verschmutzt und gefährdet die Tourismus- und Fischindustrie. Seit Beginn der Katastrophe hat BP etwa die Hälfte seines Börsenwertes eingebüßt.











