Obama kritisiert teure BP-Werbung und Dividende
US-Präsident Barack Obama hat den Energiekonzern BP scharf wegen möglicher milliardenschwerer Dividendenzahlungen und teurer TV-Werbung kritisiert. Außerdem warnt er vor zu großen Hoffnungen auf ein Ende der Ölpest.

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Er habe kein Verständnis dafür, dass BP Zahlungen an die BP-Aktionäre in solcher Höhe erwäge, während die von der Ölkatastrophe betroffenen Fischer und Kleinunternehmen vor dem Ruin stünden, sagte Obama am Freitag. Zugleich warnte Obama vor zu großen Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Ölpest im Golf von Mexiko.
Eine Auslandsreise nach Indonesien und Australien sagte der Präsident ab, um die Katastrophenregion in Louisiana zu besuchen. Zum Wochenschluss hatte es Berichte gegeben, BP wolle an seine Aktionäre 10,5 Milliarden Dollar als Dividende zahlen. BP vertagte daraufhin die an den Finanzmärkten mit Spannung erwartete Entscheidung zur nächsten Ausschüttung.
Zwei US-Senatoren hatten den Konzern aufgefordert, auf die Zahlung zu verzichten, bis die gesamten Kosten der Ölpest bekannt seien. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass BP aber die Rechnung für die Aufräumarbeiten bezahlen kann, ohne auf eine Dividende zu verzichten. "Ich habe keine Problem, wenn BP seine gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt. Ich will aber, dass BP sehr klar versteht, dass das Unternehmen hier eine moralische Verpflichtung am Golf von Mexiko hat", sagte Obama. BP gab nach Angaben Obamas 50 Millionen Dollar für TV-Werbung aus, um sein Image nach der Ölkatastrophe wieder aufzupolieren.
Obama steht wegen er Krise selbst immer mehr unter Druck: Um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, sagte er seine Asienreise ab. Eigentlich wollte er im Juni nach Indonesien und Australien reisen. Bereits im März hatte Obama den geplanten Asientrip erstmals verschoben, damals wegen des Ringens um die Gesundheitsreform.
BP-Chef Tony Hayward erklärte, der Konzern habe genug Geld für die Aufräumarbeiten im Golf. Neben Barmitteln von fünf Milliarden Dollar könne BP auch auf Kreditlinien zurückgreifen. Bisher hat BP über eine Milliarde Dollar für die Folgen der Ölpest ausgegeben. Die Bohrplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April nach einer Explosion gesunken. Das seitdem ausströmende Öl bedroht die Existenz unzähliger Tiere und Pflanzen an den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama.











