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Zuletzt aktualisiert: 22.05.2010 um 13:08 UhrKommentare

Obamas Kampf gegen das Öl

Vier Wochen nach dem folgenschweren Untergang der Bohrplattform "Deepwater Horizon" räumt Barack Obama in den eigenen Reihen auf. Der US-Präsident lässt die Ursachen der Katastrophe durch eine Kommission untersuchen, die ihm direkt unterstellt ist.

Foto © APA

Einen Monat nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Obama eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Umweltkatastrophe eingesetzt. Die sieben Mitglieder des Gremiums sollen innerhalb eines halben Jahres einen Bericht über die Ursachen des Öl-Unfalls vorlegen und Konsequenzen vorschlagen. Indes gestaltet sich der Kampf gegen die Ölpest weiterhin äußerst schwierig.

"Wir müssen uns genau anschauen, wie die Ölindustrie arbeitet und wie wir sie regulieren", sagte Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Fernsehansprache. Die überparteilich besetzte Kommission wird zwei Vorsitzende haben: Den ehemaligen Gouverneur von Florida und Demokraten Bob Graham sowie den Republikaner William K. Reilly, der unter anderem Chef der US-Umweltbehörde und Präsident der Umweltstiftung WWF war. Die anderen fünf Mitglieder will Obama in den kommenden Tagen benennen. Er sagte, dass Ingenieure, Wissenschafter und Umweltschützer vertreten sein werden. Keiner soll aktives Regierungsmitglied oder gewählter Amtsträger sein.

Unterdessen gab BP bekannt, dass der Versuch, das sprudelnde Bohrloch mithilfe einer sogenannten "Schlammkanone" zu schließen, frühestens am kommenden Dienstag stattfinden kann. Der Mineralölkonzern teilte mit, ein ursprünglich für Sonntag vorgesehener erster Anlauf habe verschoben werden müssen. Zunächst muss die erforderliche Ausrüstung durch Unterwasserroboter in Position gebracht werden.

Die günstigste Prognose für den Start der "Top Kill"-Operation sei "möglicherweise Dienstag", sagte BP-Einsatzleiter Doug Suttles. Bei der Top Kill-Methode wird das Bohrloch unter hohem Druck mit großen Mengen eines Spezialschlamms beschossen. So soll es abgedichtet werden, bevor es anschließend mit Zement versiegelt würde.


22. April 2010

Am 22. April war die Ölbohr-Plattform "Deepwater Horizon" nach mehreren Explosionen untergegangen. Seitdem sprudeln täglich Hunderte Tonnen Rohöl ins Meer. Einen Teil des Öls fängt der Plattformbetreiber, der Konzern BP, mittlerweile ab. BP pumpt es aus einem Leck in rund 1.500 Meter Tiefe hoch in einen Tanker. Die genaue Menge des auslaufenden Öls ist aber unklar. BP gab den Wert lange mit etwa 700 Tonnen pro Tag an. Einige Fachleute vermuten, dass sehr viel mehr Öl aus den Lecks sprudelt.

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