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  • 20. Oktober 2014 15:07 Uhr | Als Startseite
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    Norweger mit Breivik-Urteil zufrieden Breivik freilassen, ansonsten drohen Anschläge Voriger Artikel Breivik-Prozess: 11/20 Nächster Artikel "Der Mörder ist gescheitert" Gefängnis sucht Schachpartner für Breivik
    Zuletzt aktualisiert: 13.08.2012 um 17:05 UhrKommentare

    Polizei hätte Breivik stoppen können

    Eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der Anschläge von Oslo und Utöya hat schwere Vorwürfe gegen die norwegische Polizei erhoben: Der Attentäter hätte gestoppt werden können. Doch die Polizei reagierte zu langsam - und fand kein Boot.

    Video-Aufnahme von Breivik bei den Anschlägen in Oslo

    Foto © APVideo-Aufnahme von Breivik bei den Anschlägen in Oslo

    Wenn die "existierenden Sicherheitsmaßnahmen effektiv angewandt worden wären", erklärte die Kommission in ihrem am Montag vorgelegten Bericht, hätte der Attentäter Anders Behring Breivik "früher gestoppt werden können".

    Der Rechtsextremist Breivik hatte am 22. Juli 2011 im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen.

    In dem Bericht einer zehnköpfigen Kommission unter Leitung der Anwältin Alexandra Bech Gjörv wird der norwegischen Polizei vorgeworfen, nach der Bombenexplosion und während des Massakers auf Utöya viel zu langsam gehandelt zu haben. "Ein schnellerer Polizeieinsatz war eine realistische Möglichkeit", schreiben die Autoren.

    "Inakzeptabel" langsam

    Die Langsamkeit der Polizei in der "ersten Phase" ihres Einsatzes sei "inakzeptabel". Die Behörden seien darin gescheitert, die Menschen auf Utöya zu schützen und Breivik zu stoppen. Gjörv sagte, der Bericht zeige "mehrere große Schwächen" in der Reaktion auf die Anschläge auf.

    Aufgeführt werden unter anderem Kommunikationsprobleme und die Missachtung von Einsatzregeln. So habe es viel zu lange gedauert, bis eine Beschreibung von Breivik und seinem Fahrzeug durchgegeben wurde. Bereits kurz nach den Anschlägen war die norwegische Polizei in die Kritik geraten.

    Zwischen der Bombenexplosion in Oslo und Breiviks Festnahme auf Utöya vergingen mehr als drei Stunden, obwohl Breiviks Name den Sicherheitsbehörden bereits bekannt war. Auf Utöya feuerte Breivik rund eineinviertel Stunden lang auf die Teilnehmer des Jugendlagers, bevor er festgenommen werden konnte.

    Kein Boot

    Laut dem Bericht vergingen 35 Minuten zwischen dem Eintreffen der ersten Polizisten aus einem örtlichen Kommissariat am Festlandufer gegenüber von Utöya und der Ankunft von Spezialeinheiten auf der Insel. Während die ersten beiden Polizisten laut Regelwerk alles hätten unternehmen müssen, um auf die Insel zu gelangen, blieben sie auf dem Festland - sie gaben an, kein Boot gefunden zu haben.

    Als Angehörige der Polizei-Sondereinheit Delta aus dem 40 Kilometer entfernten Oslo schließlich versuchten, auf die Insel zu gelangen, fiel ihr überladenes Schlauchboot aus. Die Polizisten mussten daraufhin auf zwei Privatboote umsteigen.

    In dem am Montag an Regierungschef Jens Stoltenberg übergebenen fast 500 Seiten langen Bericht schreibt die Kommission zudem, dass bereits seit 2004 geplant gewesen sei, die Straße entlang des Regierungssitzes in Oslo für den Verkehr zu schließen. Dies sei aber wegen bürokratischer Hemmnisse nicht geschehen.

    Breivik konnte so einen Lieferwagen mit einer 950 Kilogramm schweren Bombe direkt vor dem 17 Stockwerke hohen Regierunggebäude parken. Stoltenberg befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in dem Gebäude.


    Urteil

    Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August fallen. Breivik plädierte auf nicht schuldig, obwohl er die Anschläge gestand. Er gab an, die 77 Menschen aus "Notwehr" getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.

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      Am 22. Juli 2011 tötete der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik bei einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und einem anschließenden Massaker auf der Insel Utöya insgesamt 77 Menschen.

       

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