Breivik-Prozess: Laienrichter für befangen erklärt
Der zweite Tag im Prozess gegen den Massenmörder Breivik beginnt mit einem Eklat: Ein Schöffe ist wegen eines Online-Kommentars für befangen erklärt worden. Er hatte die Todesstrafe für den Attentäter gefordert. Der Laienrichter wurde abgesetzt.

Foto © APAttentäter Anders Breivik kommt am Dienstag zu Wort
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat am zweiten Tag des Terrorprozesses in Oslo mit seinen Ausführungen begonnen. Das Gericht erlaubte Breivik zu Beginn, von einem vorbereiteten Manuskript abzulesen. "Halten Sie sich im Zeitrahmen und seien Sie vorbereitet, dass ich sie unterbreche, wenn Sie etwas sagen, das nicht der Sache dient", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag. Breivik nickte. Er habe seine Formulierungen aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen angepasst.
Zuvor hatte der 33-Jährige sich länger mit seinem Verteidiger Geir Lippestad unterhalten. Der wegen Terror und vorsätzlichen Mordes Angeklagte darf sich fünf Tage lang zu seinen Motiven für die beiden Anschläge mit 77 Toten im vergangenen Sommer äußern.
Schöffe abgesetzt
Ein Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik ist indes für befangen erklärt worden. Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne "das Vertrauen in ihn als Richter schwächen", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Dienstag. Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, einen Artikel der Zeitung "VG" im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: "Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!" .
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. "Das könnte das Vertrauen des Gerichtes schwächen", sagte Breiviks Verteidiger Geir Lippestad. Ein Ersatzrichter rückt nun auf.
Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Prozesses zwei der fünf berufenen Laienrichter ausgeschlossen. Ein Mann wurde für befangen erklärt, weil sein Sohn Mitglied der sozialdemokratischen Jugend AUF ist. Diese Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei war eines der Hauptziele von Breiviks Attentaten im vergangenen Sommer. Im Ferienlager auf der Insel Utøya tötete der 33-Jährige kaltblütig 69 Menschen.
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Der Schöffe, der für befangen erklärt wurdeFoto © AP












