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Zuletzt aktualisiert: 25.07.2011 um 11:53 UhrKommentare

Polizei weist Kritik an Einsatz zurück

Die Polizei von Oslo weist den Vorwurf des späten Eingreifens beim Massaker auf der Insel Utöya zurück und muss doch Pannen zugeben: Der einzige Überwachungshubschrauber der Polizei war für einen schnellen Flug nach Utöya nicht einsetzbar, weil das gesamte Personal Ferien machte.

Sveinung Sponheim, stellvertretender Polizeichef von Osoco

Foto © APASveinung Sponheim, stellvertretender Polizeichef von Osoco

Norwegens Polizei verteidigt sich gegen den Vorwurf eines zu späten Eingreifens bei dem Massaker auf der Insel Utöya. Der Osloer Polizeichef Anstein Gjengedal sagte am Montag im TV-Sender NRK, die Antiterroreinheit "Delta" sei am Freitag sofort nach dem ersten Alarmruf trotz der vorherigen Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel in Gang gesetzt worden: "Wir waren schnell da."

Mehrere Zwischenfälle kosteten Zeit

Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik hatte für seinen Angriff auf etwa 600 Jugendliche eines sozialdemokratischen Ferienlagers eine Stunde Zeit, bis er festgenommen wurde. Die Eliteeinheit der Polizei war in Autos aus dem 45 Kilometer entfernten Oslo gekommen. Sie verlor nach Angaben mehrerer Medien auch Zeit, weil beim Übersetzen auf die kleine Fjordinsel Utöya ein Bootsmotor streikte.

Gjengedal sagte zur Entscheidung für Autos statt Hubschrauber als Transportmittel: "Es war einfach das Schnellste." Der als Transportmittel einzig denkbare Hubschrauber des norwegischen Militärs sei außerhalb Oslos gestanden und wäre deshalb alles in allem langsamer gewesen.

Kein eigener Transporthubschrauber

"Wir haben mehrere Jahre lang um einen eigenen Transporthubschrauber gebeten, aber ohne Erfolg", sagte der Polizeichef von Norwegens Hauptstadt. Der einzige Überwachungshubschrauber der Polizei war für einen schnellen Flug nach Utöya nicht einsetzbar, weil das gesamte Personal Ferien machte.

Zur einstündigen Dauer des Massakers an Kindern und Jugendlichen auf der kleinen Insel im Tyrifjord sagte Gjengedal: "Es muss unbeschreiblich schrecklich für sie gewesen sein." Der Attentäter tötete mindestens 86 Menschen. Beim Eintreffen der Polizei legte er seine zwei Waffen nieder und ließ sich ohne Gegenwehr festnehmen.


Breiviks Bluttat

Am 22. Juli 2011 tötete der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik bei einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und einem anschließenden Massaker auf der Insel Utöya insgesamt 77 Menschen.

 

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