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Kremsmünster: Missbrauchs-Anklage gegen Expater Missbrauch: Weitere Opfer klagen an Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Missbrauch Nächster Artikel Kremsmünster: Missbrauchs-Anklage gegen Expater Missbrauch: Weitere Opfer klagen an
Zuletzt aktualisiert: 03.04.2012 um 10:42 UhrKommentare

Anklage gegen Pater wahrscheinlich

Einem ehemaligen Pater des Stiftes wird vorgeworfen, Schüler des Stiftsinternats sexuell missbraucht und auch misshandelt zu haben. Ein Gutachten attestiere drei von 14 untersuchten Personen "schwere Folgen".

Foto © APA

Eine Anklage gegen einen ehemaligen Pater des Stiftes Kremsmünster in Oberösterreich wird immer wahrscheinlicher. Ihm wird vorgeworfen, Schüler des Stiftsinternats sexuell missbraucht und auch misshandelt zu haben. Ein Gutachten attestiere drei von 14 untersuchten Personen "schwere Folgen", was die Verjährungsfrist verlängere und eine Anklage noch möglich mache, berichtet die Zeitung "Österreich".

Schwerwiegende Folgeschäden können die Verjährungsfrist von zehn auf 20 Jahre verlängern. Sie beginnt bei Sexualdelikten mit der Volljährigkeit der Opfer zu laufen. Die Expertise liege seit wenigen Tagen vor. Dafür seien 14 ehemalige Internatsschüler untersucht worden. Sie hätten von 1970 bis 1995 "hinter den Klostermauern die Hölle auf Erden durchlebt", schreibt die Zeitung. Der 78-jährige Pater, der auf eigenen Wunsch Mitte März aus dem Kloster austrat, soll als Haupttäter für Gewalt, Psychoterror und sexuellen Missbrauch verantwortlich gewesen sein. Wann eine Entscheidung über eine Anklage fallen könnte, habe der Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, Andreas Pechatschek, noch nicht sagen können. Die Sachbearbeiterin sei krank.

Die Staatsanwaltschaft nahm vor rund zwei Jahren nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen drei Geistliche Ermittlungen auf. Zwei Verfahren wurden wegen Verjährung eingestellt. Gegen acht weitere Personen - darunter drei weltliche Lehrer - gab es Vorwürfe wegen körperlicher oder seelischer Gewalt. Sie wurden aber entweder als strafrechtlich nicht relevant eingestuft oder waren ebenfalls verjährt. Abt Ambros Ebhart enthob fünf Ordensleute ihrer Ämter. Er entschuldigte sich bei den Opfern, von denen sich 45 bei der Diözesanen Kommission gegen Missbrauch und Gewalt meldeten. Das Stift zahlte Entschädigungen und bemühte sich um Aufklärung bzw. die Aufarbeitung der Geschehnisse.

Quelle: APA

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