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  • 23. Oktober 2014 00:30 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 02.04.2012 um 21:14 UhrKommentare

    Rumänin befindet sich in Sicherheit

    Das Schicksal eines minderjährigen Opfers von Zwangsprostitution hat Kärnten aufgerüttelt. Weitere Fälle sollen verhindert werden. Nur wie?

    Foto © Fotolia

    Das 15-jährige Mädchen aus Rumänien, das mit Gewalt zur Prostitution gezwungen und von der Polizei aus einem Bordell befreit wurde, ist in Sicherheit. Beamte kümmerten sich darum, dass die Minderjährige von einer Opferschutzeinrichtung betreut wird. Mehr wurde nicht mitgeteilt, um die Jugendliche vor Nachstellungen zu bewahren. Sie dürfte also in besten Händen sein, wo für ihre Stabilisierung und vielleicht sogar Perspektiven für ein freies, eigenständiges Leben gesorgt wird.

    Doch das Schicksal der jungen Rumänin ist kein Einzelfall. Autorin Hermine Reisinger, selbst früher im Rotlicht-Milieu, und Schwester Silke, Sexarbeiterinnen-Betreuerin bei der Caritas, sind sich einig: Osteuropäische Menschenhändler bringen immer mehr und immer jüngere Mädchen auch nach Kärnten. 350 gemeldete Prostituierte gibt es im Land, "die Zahl der illegalen Sexarbeiterinnen liegt erfahrungsgemäß um ein Mehrfaches höher", weiß Reisinger.

    Dass die Gesellschaft den Kampf gegen Rotlicht-Kriminalität bereits verloren habe - davon will Anti-Schlepper-Polizist Wolfgang Patscheider nichts hören: "Je transparenter das Problem ist, je mehr Rechte die Prostituierten erhalten und je mehr Prostitution legalisiert wird, desto besser wird die Lage. Der Kampf ist verloren, wenn wir das Milieu in die Illegalität treiben."

    Kontrolle

    Was Patscheider beunruhigt: "Wird die Wirtschaftslage in den Oststaaten schlechter, steigt die Zahl der Prostituierten." Also sind auch hier Frauen und Mädchen die ersten Opfer der Krise. Patscheider will alle 38 Etablissements in Kärnten mindestens einmal monatlich überprüfen.

    Kontrolle ist wichtig, reicht aber nicht. Rotlicht-Milieu-Aussteigerin Reisinger fordert strengere Strafen, alles andere sei "scheinheilig": "Die Mindeststrafe für Zuhälter, die Frauen in die Zwangsprostitution bringen, soll nicht zwei, sondern fünf Jahre betragen." Reisinger hält "kleinere überschaubare Bordelle" für vertret- und kontrollierbar, "auch wenn man nicht weiß, ob es dahinter Privat- oder Wohnungsprostitution gibt". Bei großen, anonymen Bordellen sei die Gefahr krimineller Einflüsse größer.

    Schwester Silke ist für "guten Opferschutz und Ausstiegshilfen". Außerdem solle der Arbeitsmarkt für Aussteigerinnen geöffnet werden, da sie ohne Einkommen keine Chance auf Unabhängigkeit haben.

    Die 15-Jährige in Klagenfurt ist übrigens schon am 22. März befreit worden, Polizeisprecher Rainer Dionisio: "Das Bekanntwerden freut uns nicht. Wir hätten gern noch länger in Ruhe international ermittelt - gegen die Täter und für den Opferschutz."


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