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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2011 um 10:50 UhrKommentare

14.000 Euro pro Missbrauchs-Opfer ausbezahlt

Die Klasnic-Kommission zu Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche zieht zu Jahresende Zwischenbilanz und gibt erstmals konkrete Entschädigungssummen bekannt. Insgesamt 6,4 Millionen Euro wurden bisher ausbezahlt.

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Die kirchliche Opferschutzanwaltschaft unter der Leitung von Waltraud Klasnic hat bisher Entschädigungszahlungen in Höhe von 6,4 Mio. Euro zuerkannt. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Kommission heraus, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Insgesamt sind bisher 1.139 Meldungen bei der Anwaltschaft eingetroffen, davon waren 1.054 Personen von Gewalt oder Missbrauch in der katholischen Kirche betroffen. Bisher konnte in 537 Fällen entschieden werden, darunter waren nur 21 Ablehnungen.

Unter den Betroffenen stellen Männer mit 74,9 Prozent (789 Personen) klar die Mehrheit dar. 25,1 Prozent der Fälle (265) betrafen Frauen. Neben den finanziellen Entschädigungen wurden bisher auch insgesamt 15.000 Therapiestunden zuerkannt.

Im Jahr 2011 sei es zu einer "wesentlichen Intensivierung der Entscheidungen" gekommen, heißt es in einer Aussendung der Opferschutzanwaltschaft zu den aktuellen Zahlen. Heuer konnten wesentlich mehr Entscheidungen getroffen werden als es Neumeldungen gab, erklärten Klasnic und die stellvertretende Vorsitzende der Unabhängigen Opferschutzkommission, VfGH-Vizepräsidentin Brigitte Bierlein. Demnach stehen heuer mehr als 400 Entscheidungen 325 Neumeldungen gegenüber. 2010 hatte es noch 729 Neumeldungen gegeben.

Die Opferschutzanwaltschaft erwartet, dass der Großteil der Entscheidungen bis Jahresende 2012 abgeschlossen werden kann. Eine weitere Zwischenbilanz ist für kommenden April angekündigt.

Der absehbare Abschluss der Kommissionstätigkeit bedeute aber nicht die "Beendigung der moralischen Verantwortlichkeit und allfälliger Entschädigungen". Es bedürfe vielmehr weiterer begleitender Betreuung und geeigneter Ansprechpartner, hieß es am Dienstag seitens der Anwaltschaft. Auch dafür sollen bis April Vorschläge erarbeitet werden.


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