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Zuletzt aktualisiert: 27.06.2011 um 11:32 UhrKommentare

Missbrauch: Tiroler Pater suspendiert

Die Anzeige einer heute 45-jährigen Frau gegen mehrere prominente Geistliche hat nun erste Konsequenzen nach sich gezogen: Jener Tiroler Franziskanerpater, der das mutmaßliche Opfer als Minderjährige im Vatikan missbraucht haben soll, ist am Wochenende von seiner Funktion als Schulseelsorger suspendiert worden.

Foto © AP

Das berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Montag-Ausgabe. In einem Brief an die Ombudsstelle Innsbruck, welcher der APA vorliegt, bekennt sich der Pater schuldig.

Der erste Vorfall, bei dem es zu einer sexuellen Berührung durch den Ordensmann gekommen sei, soll sich laut Sachverhaltsdarstellung, die der APA vorliegt, 1984 beim Weltjugendtreffen in Rom mit Papst Johannes Paul II. zugetragen haben. Das mutmaßliche Opfer war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und in Begleitung ihrer Schwester. Noch ein weiterer Vorfall, diesmal in Wien, wird darin geschildert, sowie ein späterer angeblicher Übergriff 1997 - als die Frau Aussprache über die Vorfälle suchte. 2008 wandte sich die inzwischen Erwachsene an die Ombudsstelle Innsbruck, allerdings ohne Konsequenzen.

Brief an Ombudsstelle

Vor Monaten schrieb der beschuldigte Pater erstmals an die Ombudsstelle der Diözese Innsbruck. Darin bestätigt er, dass er die beiden Schwestern im Vatikan in sein Zimmer eingeladen habe. Wie es allerdings zu der Berührung gekommen sei, wisse er nicht mehr. Und in einem weiteren Brief vom 16. Juni, der der APA ebenfalls vorliegt, heißt es: "Ich habe mich in meinem ersten Brief wirklich herauszureden versucht - sehe aber durch die Mitteilungen von (Name des mutmaßlichen Opfers, Anm.), dass ich im Unrecht bin und ihre Darstellung in allen Punkten richtig ist. Es tut mir wirklich leid, was ich (Name, Anm.) angetan habe und bekenne mich schuldig."

Sein Geständnis soll der Franziskanerpater dem Vernehmen nach nun wieder zurückgezogen haben. Trotzdem will der Orden laut "TT" den Fall prüfen und überlegt, nach den erst kürzlich erlassenen Richtlinien der Bischofskonferenz zu Missbrauchsfällen selbst Anzeige zu erstatten. Die Ordensleitung war für die APA vorerst nicht erreichbar.


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