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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2010 um 15:16 UhrKommentare

Opferschutzkommission beschloss erste Zahlungen

Von den bisher 500 eingegangenen Meldungen wurde am Dienstag über 15 Fälle beraten. Zehn davon wurden positiv entschieden und einer abgelehnt.

Waltraud Klasnic

Foto © APAWaltraud Klasnic

Bei der Opferschutzanwaltschaft sind laut deren Leiterin Waltraud Klasnic bisher über 500 Meldungen von Menschen, die sich als Missbrauchsopfer sehen, eingegangen. 15 Fälle wurden am Dienstag beraten, zehn davon positiv entschieden und einer abgelehnt. Die nunmehr vierte Sachverhaltsdarstellung der Kommission bei der Staatsanwaltschaft betrifft dem Vernehmen nach das oberösterreichische Stift Kremsmünster.

Vier Fälle, die am Dienstag ebenfalls auf der Agenda gestanden waren, werden weiter beraten. Ein Fall wurde übereinstimmend abgelehnt, den Grund dafür wollte Klasnic nicht nennen. Die zehn beschlossenen Entschädigungszahlungen betreffen demnach alle vier festgelegten Kategorien (5.000 Euro, 15.000 Euro, 25.000 Euro und Beträge darüber). Details will die Opferschutzanwaltschaft dazu keine bekanntgeben. Zusätzlich würden Therapien finanziert. Die Entscheidungen werden nun an die kirchliche Opferschutzstiftung weitergeleitet. Nach einem entsprechenden Beschluss der Bischofskonferenz seien die Beschlüsse der Kommission bindend, erklärte Klasnic auf Nachfrage.

Bisher gab es seitens der Kommission drei Anzeigen, am Dienstag wurde eine weitere Sachverhaltsdarstellung beschlossen. Dem Vernehmen nach geht es um das oberösterreichische Stift Kremsmünster - von der Opferschutzanwaltschaft wurde dies allerdings weder bestätigt noch dementiert. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Steyr ist derzeit noch nichts über eine neue Anzeige gegen das Stift Kremsmünster bekannt, wie es auf Anfrage der APA hieß. Allerdings wird nach wie vor gegen einen 77-jährigen Pater des Klosters wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt. Zwei Verfahren gegen Kremsmünsterer Patres wurden mittlerweile wegen Verjährung eingestellt.

Im Fall Steyr-Gleink, zu dem die Behörde bereits seit einiger Zeit Vorwürfe prüfen soll, wartet man indes weiterhin auf Konkretisierungen seitens der Klasnic-Kommission. Bisher sei ihm nur eine Liste mit Opfernamen übermittelt worden, so Mediensprecher Andreas Pechatschek zur APA. Er kenne weder die genauen Anschuldigungen, noch wann oder durch welche Personen der Missbrauch erfolgt sei. Die Staatsanwaltschaft habe bereits mehrmals bei der Kommission urgiert.

Alle bisherigen Anzeigen der Kommission betreffen laut Klasnic "größere Gruppen von Menschen", es werde aber weitere Anzeigen geben, auch in Einzelfällen, kündigte sie an. Die am Dienstag beschlossenen Zahlungen seien nach staatlichem Recht lauter Fälle, die verjährt sind, es gehe also um eine freiwillige Entschädigung, betonte Klasnic. Sie ersuche weitere Opfer, sich so schnell wie möglich, etwa bis Jahresende, bei der Kommission zu melden. Man höre mit Jahresende zwar nicht auf, brauche aber einen Überblick.

Bischof Klaus Küng, Vorsitzender der Opferschutzstiftung, über die die finanziellen Hilfeleistungen für kirchliche Missbrauchsopfer abgewickelt werden, betonte laut Kathpress, dass die Kommission Summen entscheide, die über den Richtsätzen der österreichischen Gerichte liegen würden. Es werde darauf geachtet, dass im Falle eines späteren Gerichtsverfahrens und einer Verurteilung die Zahlungen einberechnet werden.

Dass der Wiener Opferanwalt Werner Schostal vor kurzem laut "Standard" u.a. beklagt hatte, dass die Entschädigungsbeträge der Kommission zu niedrig seien und die Verhandlungen als gescheitert ansieht, kann Klasnic übrigens nicht nachvollziehen: "Ich lese Zeitungen und ich wundere mich", meinte sie auf das Thema angesprochen. Schostal sei im Sommer bei der Kommission gewesen, es sei vereinbart worden, dass er im Oktober wieder komme. Sie habe aber seitdem nichts mehr von ihm gehört, so Klasnic. Die Einladung der Kommission sei jedenfalls aufrecht.

Quelle: APA

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