Ärger wegen Opferschutz
Kärntnerin, die Missbrauchsopfer in der Kirche war, fühlt sich vom Agieren der Opferschutzanwaltschaft in Wien vor den Kopf gestoßen.

Foto © EggenbergerKalbhenn kann noch nicht sagen, wie viele Kärntner Geld erhalten werden
Die Sache war gut gemeint, läuft aber nicht rund. Für Empörung unter Betroffenen sorgt jetzt die von der Katholischen Kirche unter Vorsitz von Waltraud Klasnic installierte Opferschutzanwaltschaft. Eine Kärntnerin, die vor Jahrzehnten Opfer von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Bereich war, wandte sich in der Vorwoche wegen Entschädigungszahlungen telefonisch an die Stelle in Wien und erlebte eine böse Überraschung. "In locker-flippigem Ton wurde ich von einer Frau aufgefordert, eine E-Mail mit den Infos zu schicken, was mir wann wie wo widerfahren ist", empörte sich die Frau gegenüber der Kleinen Zeitung. Sie hinterfragt, wer Zugang zu den E-Mails hat, "wer aller lesen kann, was geschehen ist? Und warum soll ich meine Geschichte noch einmal aufrollen, das habe ich ja bereits gegenüber Erwin Kalbhenn getan".
Der von Bischof Alois Schwarz in Kärnten eingesetzt gewesene Opferanwalt Kalbhenn, bei ihm haben sich 44 Personen gemeldet, habe seine "Sache großartig gemacht", differenziert die Frau. "Er war im Gespräch vorsichtig, diskret und geduldig." Als die Details für die Entschädigungszahlungen bekannt wurden, habe Kalbhenn sie kontaktiert und empfohlen, sich in Wien zu melden, erzählt die Frau: "Eigentlich sollte ja mein Einverständnis reichen, dass er meinen Fall weiterleitet, damit ich nicht noch einmal alles aufrollen muss."
Kalbhenn sieht das gleich, hat mehrfach "von Schwierigkeiten mit der Stelle in Wien und den unzumutbaren Hürden gehört und den Bischof informiert". Sein mehrfacher Versuch, Klasnic zu erreichen, ist erst gestern geglückt. Sie sehe die Probleme ein. Man will sich demnächst treffen und die Sache im Sinne der Opfer klären. Ohne nochmaliges Aufrollen. "Da hat man sich vorab vielleicht zu wenig Gedanken gemacht."







