Klasnic-Angebot für Opfer-Plattform "Beleidigung"
"Gerade eine Institution wie die römisch-katholische Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht mal bereit, in der Höhe der - ohnehin geringen - gerichtlichen Praxis zu entschädigen", so ein Sprecher der Plattform.

Foto © APAKritik an der Opferschutzkommission kommt von der Plattform "Wir sind Kirche"
Die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" lehnt die von der Opferschutzanwaltschaft vorgeschlagenen Entschädigungssummen "postwendend ab" und sieht stattdessen eine "neuerliche Beleidigung der Betroffenen". Im Gegensatz zur Kommission unter dem Vorsitz von Waltraud Klasnic ist man dort der Meinung, die angebotenen Summen seien keinesfalls großzügiger als in der gerichtlichen Praxis, hieß es am Freitag gegenüber der Austria Presse Agentur.
"Die Kirche wird keinen Frieden finden"
"Gerade eine Institution wie die römisch-katholische Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht mal bereit, in der Höhe der - ohnehin geringen - gerichtlichen Praxis zu entschädigen", so ein Sprecher der Plattform. Klaus Fluch, Betroffener und Vorstandsmitglied der Plattform zieht dazu einen drastischen Vergleich: "Kein Kommissionsmitglied und kein Mitglied der Bischofskonferenz würde sich für 25.000 Euro einer jahrelangen Vergewaltigung aussetzen wollen, so wie ich das als Kind erleiden musste. Die Kirche wird keinen Frieden finden, ehe sie nicht für Ihre Verbrechen in angemessener Form Entschädigung leistet."
Plattform nicht unabhängig
Abermals stellte die Plattform, deren Anwalt bis zu 130.000 Euro pro Opfer von den Diözesen verlangt, die Unabhängigkeit der von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzten Opferschutzanwaltschaft infrage. Zudem überlasse die Politik den Tätern die Wiedergutmachung: "Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet", so die Plattform.
Wesentlich zufriedener mit dem Agieren der Klasnic-Kommission zeigte sich Hans Peter Hurka von der kritischen Plattform "Wir sind Kirche". "Ich finde, sie arbeiten sehr seriös und qualitätvoll", meinte dieser. "Sie setzen sich für die Anliegen der Opfer ein."







