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    Zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 um 16:13 UhrKommentare

    Bischof Mixa: Verdacht auf sexuellen Missbrauch

    Gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa hat die Staatsanwaltschaft Ingolstadt einem Medienbericht zufolge Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet.

    Foto © APA

    Gegen den deutschen Bischof Walter Mixa wird wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Eine Sprecherin des bayerischen Justizministeriums bestätigte am Freitag in München einen entsprechenden Vorausbericht der "Augsburger Allgemeinen". Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt führe "Vorermittlungen" gegen den Augsburger Bischof. Die Vorwürfe beziehen sich der Zeitung zufolge auf einen Fall aus Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt zwischen 1996 bis 2005.

    Hinweise dafür sollen vom Ordinariat gekommen sein. Eine Sprecherin des Ordinariats erklärte dazu am Freitag, "in Übereinstimmung mit den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz sind den zuständigen Stellen Hinweise zur Kenntnis gebracht und angezeigt worden". Nähere Angaben machte sie nicht.

    Rücktritt nach "Watsch'n"-Affäre

    Mixa hatte nach wochenlanger Kritik am 21. April dem Vatikan seinen Rücktritt angeboten. Ihm war zuvor in mehreren eidesstattlichen Versicherungen vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) Heimkinder brutal mit der Faust und einem Stock geschlagen zu haben. Der Bischof hatte die Prügel-Vorwürfe zunächst geleugnet und erklärt, er versichere "reinen Herzens", niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Später hatte er dann doch Schläge eingeräumt und für alle Fehlleistungen um Verzeihung gebeten.

    Zusätzlich wird Mixa vorgeworfen, eine namhafte Summe von Stiftungsgeldern zweckentfremdet zu haben. Ein Sonderermittler hatte Ende April die Öffentlichkeit informiert, dass in Mixas Verantwortung große Geldbeträge aus dem Stiftungsvermögen der Schrobenhausener Waisenhausstiftung für zweifelhafte Antiquitäten, Wein, Teppiche, Einrichtungsgegenstände und ein kaum benutztes Solarium für das Kinderheim gezahlt worden sind. Mixa hatte zunächst erklärt, er habe es mit der "finanziellen Zuordnung" für diese Gegenstände nicht so genau genommen und später eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei zur Prüfung der Vorgänge eingesetzt.

    Als in ganz Deutschland Rufe nach einem Rücktritt Mixas laut wurden, forderte ihn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, öffentlich zu einem vorübergehenden Amtsverzicht auf. Es handelte sich um einen bisher einmaligen Fall in der jüngeren Geschichte des Katholizismus in Deutschland. Noch am selben Tag hatte Mixa dann dem Vatikan in Rom sein Rücktrittsgesuch zugestellt. Damit wolle er Schaden von der Kirche abwenden und einen Neuanfang ermöglichen, hieß es in dem Schreiben.

    Der Vatikan hat sich zu Mixas Rücktrittsgesuch bisher nicht geäußert. Ende April war Zollitsch mit dem Vorsitzenden der bayerischen Bischofskonferenz, Münchens Erzbischof Reinhard Marx, zu einer Papstaudienz nach Rom gefahren, um mit dem Papst Einzelheiten über den Fall Mixa zu beraten. Dessen Rücktrittsgesuch sollte dem Vernehmen nach gründlich geprüft werden. Die letzte Entscheidung liegt dann bei Benedikt XVI.. Ein Bischof ist erst dann autorisiert, sein Amt niederzulegen, wenn der Papst entsprechend entschieden hat.

    Die Deutsche Bischofskonferenz gab am Freitag ebenfalls keinen Kommentar zu den Vorermittlungen ab. Der Sprecher der Bischofskonferenz in Bonn, Matthias Kopp, sagte: "Es gibt von uns keine Stellungnahme." Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" bekräftigte am Freitag ihre Forderung an den Vatikan, schnell über das Rücktrittsangebot Mixas zu entscheiden. "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner nannte das Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Mixa "eine schockierende Nachricht" für alle deutschen Katholiken. Der Fall sei längst keine Augsburger Angelegenheit mehr, sondern werfe dunkle Schatten über die gesamte katholische Kirche in Deutschland.

    Mehrere evangelische Landeskirchen bestätigten indes, dass sie wegen des Missbrauchsskandals vermehrt Zulauf von Katholiken erhalten. Vor allem die großen Landeskirchen Hannover und Rheinland sowie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau registrieren ein gestiegenes Interesse an einem Kirchenübertritt, hieß es am Freitag auf Anfrage. "Es ist eindeutig, dass es mehr geworden sind", sagte Stephan Krebs von der Landeskirche Hessen und Nassau dem DAPD. Die Betreffenden hätten in allen Fällen als Beweggrund den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche genannt und Enttäuschung über die Reaktion der Kirchenoberen. Auch die evangelische Landeskirche Hannover bestätigte die Entwicklung. Sprecher Johannes Neukirch sagte dem DAPD, allein in der Stadt Hannover seien im März und April 15 Gläubige aus der katholischen in die evangelische Kirche gewechselt. "Es sind nicht Hunderte, aber es sind deutlich mehr als sonst", betonte er.


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