Opfer-Plattform kritisiert weiterhin Klasnic-Kommission
Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" kritisiert weiterhin die von der Kirche eingesetzte Kommission. Die Kirche wolle staatliche Untersuchungskommission dadruch verhindern, so der Vorwurf.

Foto © BauerKritik an Klasnic Opfer-Kommission
"Wer immer in dieser Kommission sitzen mag, sie ist und bleibt eine von der Kirche und damit von den Tätervertretern eingesetzte, bezahlte und gesteuerte Gruppe", meinte Klaus Fluch von der Plattform am Montag in einer Aussendung. Man fordere weiterhin eine unabhängige staatliche Untersuchungskommission.
Die Kirche rund um Kardinal Christoph Schönborn "zieht alle PR-Register, um eine offensichtlich gefürchtete staatliche Untersuchungskommission durch eine eigene, vorgetäuschte 'unabhängige' Kommission zu verhindern". Klasnic sei nicht unabhängig, denn ihr sei beispielsweise 2003 der päpstliche "Gregorius-Orden für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion" verliehen worden, so die Plattform.
"Hohe Dunkelziffer"
Wegen der "hohen Zahl" der bisher eingegangenen Anrufe von Opfern sei von einer "extrem hohen Dunkelziffer" von Betroffenen kirchlicher Gewalt auszugehen. Angesichts dieser Dimension und "derart zahlreichen Mitwissern" - es seien nachweislich österreichische Bischöfe involviert - sei "längst jenes Maß erreicht", wo der Staat der Kirche nicht länger die Aufklärung überlassen dürfe. Es sei zu befürchten, dass etwaige Ergebnisse der Klasnic-Kommission "einmal mehr in geheimen Kirchenarchiven im Vatikan landen", meinte Fluch, man fordere die Kirche auf, "ihre geheimen Archive der Gewaltverbrechen umgehend zu öffnen und an die Behörden zu übergeben".







