Love-Parade-Drama machte Sauerland zum einsamen Mann
Als Adolf Sauerland 2004 Duisburger Oberbürgermeister wurde, war das eine kleine politische Sensation. Nach mehr als 50 Jahren konnte erstmals wieder ein CDU-Politiker den Chefsessel im Rathaus der Ruhrgebietsstadt erobern. Heute steht Sauerland unter Korruptionsverdacht.

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Der gelernte Berufsschullehrer mit den Fächern Maschinenbau und Geschichte/Politik hatte zunächst einen guten Lauf. Es gelang dem Mann mit dem unverkennbaren Ruhrgebiets-Zungenschlag 2009 problemlos, sein Amt gegen die SPD zu verteidigen.
Sauerland versuchte, der vom Strukturwandel gebeutelten Stahl- und Hafenstadt ein modernes Image zu verpassen. Der britische Star-Architekt Norman Foster stellte einen Masterplan auf, mit dem die Innenstadt aufgemöbelt werden soll. Sauerland engagierte sich stark für die Integration der vielen Zuwanderer. Als im Stadtteil Marxloh eine große Moschee gebaut wurde, bekannte er: "Das ist unsere Moschee." Die Berufung in die Islamkonferenz war Anerkenntnis für seinen Einsatz.
Auch die Love-Parade 2010 sollte Duisburg zu positiven Schlagzeilen verhelfen. Doch sie endete in einer Katastrophe. Weil er sich lange zu keiner eindeutigen Entschuldigung bei den Opfern und ihren Angehörigen durchringen konnte und sich in juristisch vermeintlich wasserdichten Floskeln verhedderte, wurde der Oberbürgermeister zum Gesicht des Unglücks. Am Ende brachte das Techno-Fest Sauerland ums Amt.
Auch ein anderes Vorzeigeprojekt bereitet dem 56-Jährigen Probleme: Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt gegen ihn wegen Korruptionsverdachts - es geht um Parteispenden für die Duisburger CDU und Grundstücksgeschäfte im Prestigeprojekt Innenhafen. Sauerland hat alle Vorwürfe als völligen Unfug zurückgewiesen: "Ich habe eine völlig weiße Weste."











