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  • 20. August 2014 10:48 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 08.12.2012 um 22:11 UhrKommentare

    Klimaschutz in die Wüste geschickt?

    "Das Kyoto-Protokoll geht in die zweite Runde, doch die Klimaschutzwirkung dürfte minimal sein", so der WWF. "Blockiererstaaten haben gewonnen, Klimaschutz und Entwicklungsländer sind klare Verlierer", legt Global 2000 nach. Für Greenpeace wurde das Paket "im Eilverfahren durchgepeitscht".

    Foto © Reuters

    Die Umweltorganisation WWF ist mit den Ergebnissen des Weltklimagipfels in Doha mehr als unzufrieden. In Doha sei der "Klimaschutz in die Wüste geschickt" worden, schrieb der World Wide Fund For Nature am Samstagabend in einer Mitteilung.

    "In die zweite Runde"

    "Das Kyoto-Protokoll geht in eine zweite Runde, doch die Klimaschutzwirkung dürfte minimal sein. Die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern wird weitergeführt, doch die Zusagen der Industrieländer sind bescheiden und die Mechanismen vage. Ein umfassendes Abkommen bis 2015 bleibt das Ziel, doch einen tauglichen Fahrplan gibt es nicht", betonte der WWF. Um den Klimawandel möglichst zu vermeiden, müssten "alle ihre Ambitionen verdoppeln", erklärte der Leiter der Abteilung Klima und Energie des WWF Schweiz, Patrick Hofstetter. Einziger Lichtblick ist aus Sicht des WWF, dass dank des Minimal-Kompromisses von Doha der Verhandlungsweg im Klimaschutz nicht gänzlich blockiert sei. Die Beschlüsse seien wichtig, "denn damit bleibt Bewegung in den Verhandlungen, und wir haben nichts Besseres als diesen Weg", wurde Hofstetter zitiert.

    Dem bei der 18. Klimakonferenz erzielten Kompromiss können die Umweltschützer von Global 2000 wenig abgewinnen. "Blockiererstaaten wie Polen haben gewonnen, Klimaschutz und die Entwicklungsländer sind die klaren Verlierer. Wir sind nach wie vor auf einem Pfad zu einer um vier Grad wärmeren Welt, die zunehmende Dürren, Katastrophen und Millionen Klimaflüchtlinge bedeuten würde," zeigte sich Klimasprecher Johannes Wahlmüller am Samstag in einer Aussendung besorgt. Hauptergebnis ist die Unterzeichnung einer zweiten Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll, dem außer der EU auch Australien, Norwegen und die Schweiz beitraten. "Die EU hat mit der Unterzeichnung der zweiten Verpflichtungsperiode von Kyoto lediglich eine symbolische Geste gesetzt, denn ohne ambitioniertere Ziele wird keine einzige zusätzliche Tonne CO2 eingespart.

    Kritik an Österreich

    Zudem hat sich Polen gegen 26 EU-Länder durchgesetzt und eine klare Entscheidung zum Verfall von Überschusszertifikaten verhindert," kritisiert Wahlmüller. Scharfe Kritik äußerte Wahlmüller auch an Österreich, weil die "Klimasoforthilfe", die Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt hat, 2012 ausläuft. "Von einem reichen Land hätte man eine konkrete Zusage an Unterstützung erwarten können," sagte der Sprecher.

    Klimaschützer von Greenpeace haben das "im Eilverfahren durchgepeitschte Paket von Doha" ebenfalls stark kritisiert: "Dieses Ende der Konferenz ist ein Alarmsignal dafür, dass dieser Prozess völlig neu aufgestellt werden muss, um das zu liefern, was aus Sicht der Wissenschaftler nötig ist", sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser am Samstag. Das Problem der überschüssigen Emissionsgutschriften sei keineswegs gelöst. "Beim Kyoto-Prozess ist der Handel mit ihnen nun weitgehend begrenzt", sagte Kaiser. Für die Zeit nach 2020 seien sie jedoch nicht aus dem Verkehr gezogen.


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