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Zuletzt aktualisiert: 11.12.2011 um 18:41 UhrKommentare

Das Klima hätte mehr Schutz vertragen

Die EU setzte sich im Durban-Abkommen durch, das ab 2012 alle großen Umweltverschmutzer einbindet. Ob damit das Klima zu retten ist?

Foto © Reuters

Der Kollaps konnte buchstäblich in letzter Minute vermieden werden. In den frühen Morgenstunden des Sonntags, nach zweiwöchigen zähen Verhandlungen, einigten sich die 194 teilnehmenden Länder auf einen Kompromiss. Er sieht vor, ein internationales Klimaprotokoll abzuschließen, das ab 2020 gelten soll. Es wäre das erste verbindliche Klimaabkommen, das die USA, aber auch Schwellenländer wie China und Indien einschließt. Im Gegenzug verpflichteten sich ein Teil jener Länder, die bereits zu CO2-Reduzierungen unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet sind, für ein Nachfolgeabkommen ab 2013. Die erste Kyoto-Periode läuft Ende 2012 aus.

Brasilien vermittelte

Dabei waren in den letzten Verhandlungsstunden nochmals heftige Diskussionen ausgebrochen. Die EU stritt mit Indien und China über den legalen Status eines neuen Abkommens. Auch die USA, Kanada und Russland versuchten, verbindliche Klimaschutzmaßnahmen so lange wie möglich hinauszuzögern. Eine Einigung konnte erst erzielt werden, nachdem die Konferenzleiterin Maite Nkoana-Mashabane die EU und Indien aufforderte, sich in bilateralen Verhandlungen auf eine Formulierung zu einigen, mit der beiden Seiten leben könnten. Schließlich wurde ein Kompromissvorschlag der Brasilianer angenommen: Das Mandat beauftragt die Länder, ein "Protokoll" auszuhandeln, nicht aber einen rechtlich verbindlichen Vertrag, wie von der EU ursprünglich gefordert.

Zuvor hatten die erschöpften Minister bereits Einigungen in weniger umstrittenen Punkten erzielt. Dazu gehören Maßnahmen zum Schutz der Wälder, aber auch die Gründung des Klimafonds. Noch offen ist allerdings, wie ab 2020 die jährlich vorgesehenen 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz in Entwicklungsländern aufgebracht werden sollen. Die Minister einigten sich auch einen Mechanismus zur Förderung erneuerbarer Technologien.

Die Unterhändler in Durban feierten das Resultat als "wichtigen Schritt vorwärts", der zu globalen Emissionsminderungen führen werde und der Privatwirtschaft ein starkes Signal sende, dass sich die Welt in Richtung CO2-arme Wirtschaft bewegt. Das neue Abkommen helfe, die "Emissionslücke" zwischen den freiwilligen Minderungszielen der Länder und den Reduzierungen zu schließen, die Wissenschaftler zur Verlangsamung des Klimawandels für nötig halten, sagte Christiana Figueres, als Exekutivsekretärin des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen die oberste UN-Klimadiplomatin. Durch das Mandat hätten die Regierungen anerkannt, dass die aktuelle Summe der freiwilligen Verpflichtungen aller Länder zur CO2-Reduktion nicht ausreiche, um den durchschnittlichen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte das Resultat. Er hoffe, es werde "verstärktes Handeln stimulieren und helfen, Ressourcen zu mobilisieren, um auf den Klimawandel reagieren zu können".

KRISTIN PALITZA, DURBAN





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