Ein Endspurt ohne Zieleinlauf
Im Kampf gegen die Erderwärmung rennt allen die Zeit davon: EU setzt beim Gipfel in Durban Blockierer wie USA und China unter Druck.

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Bis zuletzt wird hart gerungen. Zusammen mit fast 100 Verbündeten erhöhte die EU den Druck durch die Forderung, dass sich auch Staaten wie die USA, Indien und China ab etwa 2015 zu klaren Klimaschutzzusagen bereit erklären müssten. Es wurde mit Verhandlungen bis tief in die Nacht zum Samstag gerechnet.
"Wenn es nicht mehr Bewegung gibt, dann muss ich sagen, dass es keinen Abschluss geben wird", machte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard vor dem Finale in der südafrikanischen Hafenstadt klar und stellte damit Blockierern wie den USA die Rute ins Fenster: Alles oder nichts.
Neue Allianz
Ein globales, rechtlich verpflichtendes Abkommen mit klaren Festlegungen zur Minderung beim Treibhausgas-Ausstoß bleibe das Ziel der EU, sagte Hedegaard. Auch Brasilien und Südafrika unterstützten dies nun. Noch am Donnerstag hatten sich EU und ärmere Länder zu einem rund 120 der 193 Staaten umfassenden Bündnis zusammengeschlossen, um den Druck auf die großen Blockierer zu erhöhen.
Mit der neuen Allianz wurde die Blockbildung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufgebrochen. Gemeinsam erklärte die Allianz, dass man bereit sei zu einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verbunden mit einem "starken Mandat und einem Fahrplan für einen rechtlich bindenden Vertrag". "Der Erfolg oder das Scheitern in Durban hängt ab von einigen Staaten", sagte EU-Klimakommissarin Hedegaard.
Auch Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser sagte, der Widerstand der USA und Staaten wie China und Indien sei das Hauptproblem. Sie hätten klargemacht, "dass sie bis 2020 keine neuen Vereinbarungen wollen, und lassen offen, wie es danach weitergehen soll", sagte Kaiser. Aktuelle UN-Berichte zum Klimawandel zeigen, dass sich das Problem schneller verschärft als erwartet: 13 der vergangenen 15 Jahre haben Wärmerekorde seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.
Um den Klimawandel beherrschbar zu halten, darf nach Auffassung der UN-Experten die Temperatur auf der Erde im Durchschnitt nur um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit steigen. Dies gilt bereits jetzt als praktisch kaum noch erreichbar.







