Weiter zähes Ringen am UNO-Klimagipfel

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In der Schlussphase der UNO-Klimaschutzkonferenz im mexikanischen Cancun ist weiter zäh um Verfahrensfragen und einzelne Formulierungen gerungen worden. Die Verhandlungen verlaufen "zäh und mühsam", sagte Umweltminister Berlakovich am Donnerstagabend zur APA. Gesucht wurde insbesondere nach Kompromissformeln im Streit um die Zukunft des Kyoto-Protokolls.
"Japan wird sich am Festlegen einer zweiten Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll nicht beteiligen", beharrte der japanische Umweltminister Ryo Matsumoto. Er plädierte ebenso wie die Vertreter Kanadas und Russlands dafür, lieber den vor einem Jahr ausgehandelten Kopenhagen-Akkord als Grundlage für ein neues Klimaschutzabkommen zu nehmen. Die drei Länder begründen ihre Haltung damit, dass die Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls nur 27 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen betreffen, die Hauptemittenten USA und China mit zusammen 40 Prozent der Emissionen aber nicht berücksichtigt werden. Die in Kopenhagen vorgelegten nationalen Vorschläge würden dagegen 80 Prozent der Treibhausgase umfassen, argumentiert Japan.
Dagegen hielten China und weitere Schwellen- und Entwicklungsländer an ihrer Forderung fest, das Kyoto-Protokoll weiter fortzuschreiben. Dessen erste Verpflichtungsperiode läuft 2012 aus. "Die zweite Verpflichtungsperiode ist ein Muss", sagte der brasilianische Unterhändler Carlos Alberto Figueiredo. Der bolivianische Präsident Evo Morales nannte einen Verzicht auf Kyoto im Plenum sogar "Völkermord". Auch die EU befürwortet ein Festhalten am Kyoto-Protokoll, dessen rechtliche Verbindlichkeit höher ist als die des Kopenhagen-Akkords.
Die mehr als 190 Staaten wollen am Freitag, dem letzten Verhandlungstag, versuchen ein Scheitern abzuwenden. Als wahrscheinlich gilt, dass es ein Abkommen zum Waldschutz geben wird. Die weltweite Zerstörung der Wälder trägt zu mehr als 15 Prozent zum globalen Treibhausgas-Ausstoß bei. Mit Erhalt und Aufforstung soll dieser gedrosselt werden.






