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Zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 um 11:38 UhrKommentare

Klima-Mahnerin aus Überzeugung

UN-Klimachefin Christiana Figueres (54) steht vor einer heiklen Mission. Beim Weltklimagipfel in Cancun sollen 194 Staaten sich auf eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die Erderwärmung festlegen.

Foto © APA

Es war ein energischer Aufruf, mit dem Christiana Figueres Anfang Oktober ein letztes Mal versuchte, das Ruder herumzureißen. Es dürfe nicht sein, dass anhaltende Meinungsverschiedenheiten zu nicht akzeptabler Untätigkeit führen, tönte die 54-Jährige im chinesischen Tianjin vor den Vertretern aus 160 Staaten. Zwei Monate später steht die oberste Klimaschützerin der UNO vor einer der schwierigsten Missionen ihrer Karriere: Bis 10. Dezember gilt es, beim Weltklimagipfel in Cancun (Mexiko) einen Kompromiss zwischen 194 Staaten zu finden, der den internationalen Kampf gegen die Erderwärmung aus seiner Lähmung holt.

Seit Jahresmitte leitet Figueres als erste Frau das UN-Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und ist damit Chefbeauftragte der UNO für Klimafragen. Sie folgte in diesem Amt dem Niederländer Yvo de Boer, der nach dem weitgehend gescheiterten Vorjahresgipfel in Kopenhagen überraschend zurückgetreten war.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte sich aus mehreren Gründen für die zweifache Mutter Figueres entschieden: Sie stammt aus Costa Rica und damit aus einem mittelamerikanischen Schwellenland - einem Land, das zudem seit Jahrzehnten auf Umweltpolitik setzt, bis 2021 gänzlich CO2-neutral sein will und für andere Länder Vorbildcharakter hat. Und schließlich hat Figueres selbst, die neben Spanisch fließend Deutsch und Englisch spricht, die Diplomatie quasi im Blut. Ihr Vater José Figueres Ferrer war drei Mal Präsident Costa Ricas, ihr älterer Bruder war es ein Mal, während ihre Mutter das Land zwischenzeitlich als Botschafterin in Israel vertrat.

Kein Wunder, dass die Tochter bald ebenso ins diplomatische Fach wechselte. Nachdem sie während ihres Anthropologiestudiums ein Jahr bei den Bribri-Indianern im Südosten Costa Ricas verbracht hatte, arbeitete sie in den Achtzigerjahren als Botschafterin in Bonn. Seit 1995 vertritt sie ihr Land zudem bei den Weltklimagipfeln der UNO und entwickelte sich zu einer glaubhaften Figur des Klimaschutzes. Ein Erfahrungsschatz, der ihr nun zugutekommen könnte.






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