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    Zuletzt aktualisiert: 12.05.2010 um 11:57 UhrKommentare

    Was die Erde und uns bedroht

    Klimaschutz ist in aller Munde. Jeder muss seinen Beitrag leisten. Eine Serie über Ursachen und Auswirkungen. Heute: Patient Weltklima.

    Plakatives Beispiel für den Artenverlust durch die Klimaerwärmung: der Eisbär

    Foto © AP/Hormann (Symbolbild)Plakatives Beispiel für den Artenverlust durch die Klimaerwärmung: der Eisbär

    Exakte Prognosen, wo auf der Welt sich der Klimawandel in 100 Jahren auswirkt, können auch Forscher nicht liefern. Fest steht: Es wird heißer. Und das hat für uns alle Folgen. Alles beginnt mit einem Temperatursturz über dem Nordatlantik und starken Hurrikans im Südosten der USA. Gebäude stürzen in sich zusammen, gleichzeitig wälzt sich vom Nordpol her eine neue Eiszeit über den Erdball. Und das, obwohl es über die vergangenen Jahre immer wärmer geworden war. Die Welt hat uns die Rechnung für den ungebremsten Treibhausgas-Ausstoß geschickt.

    Die hier geschilderte Handlung stammt aus dem amerikanischen Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" und wird so hoffentlich nie stattfinden. Tatsächlich kann die Wissenschaft bis heute nicht vorhersagen, wo auf der Erde sich der Klimawandel auf welche Weise auswirken wird. Zu komplex ist das Zusammenspiel der Kräfte zwischen Sonne, Ozeanen, Land und Atmosphäre. Schon heute leiden immer mehr Menschen unter Wasserknappheit. Durchfall, Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen zu. Wenn sich die Temperatur im globalen Schnitt auch nur um ein Grad erhöht, ist jede dritte Art auf unserer Erde vom Aussterben bedroht, ergaben Berechnungen des Weltklimarats. Bei zwei Grad müssen Millionen von Menschen mit zusätzlichen Überflutungen an den Küsten rechnen. Dass es so weit kommt, ist so gut wie sicher.

    Gletscherschwund

    Denn selbst, wenn wir plötzlich aufhören würden, Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen, wäre eine Erwärmung um zwei Grad nicht mehr aufzuhalten. "Das liegt an dem CO2, das wir bisher schon ausgestoßen haben", sagt der Innsbrucker Klimaforscher Georg Kaser. Wenn die Gletscher schmelzen, gehen die Wasserspeicher verloren. Schon heute verlieren sie doppelt so viel Eis wie 1980. Am Pitztaler Gletscher in Tirol lassen deshalb die Schipistenbetreiber den Schnee als Schutz gegen die Schmelze mit einem Kunststoffvlies abdecken. Dennoch dürften bis zum Ende dieses Jahrhunderts 80 Prozent aller Alpengletscher verschwunden sein, schätzen Experten. Der Albtraum der Klimaforscher schlechthin: Wenn die riesigen kontinentalen Eisschilde Grönlands und der Antarktis zu schmelzen und abzurutschen beginnen. Und mit jeder Tauwetter-Meldung aus dem Norden ist gewiss, dass den Eisbären wieder ein Stück Lebensraum genommen wurde. Da warme Luft mehr Wasser speichern kann, wächst auch die Gefahr von Starkregen. Die Überflutungen der letzten Jahre in unseren gemäßigten Breiten lieferten einen Vorgeschmack. Der asiatische Raum "ertrinkt" regelmäßig. Auch die Zerstörungskraft der Stürme hängt von der steigenden Temperatur des Meerwassers ab. Noch nie seit 150 Jahren gab es im Atlantik so viele Tropenstürme wie seit 2005, als der Wirbelsturm Katrina mit all seiner zerstörerischen Kraft kam.

    Dürre und bedrängte Meere

    Gleichzeitig befindet sich die Dürre im Vormarsch. Höhere Temperaturen und frühzeitige Schneeschmelze vergrößern die Trockenheit – und damit die Feuergefahr in ausgetrockneten Hainen und Wäldern. Noch schlimmer sehen die Szenarien für Afrika aus, manche schätzen die Ernteverluste der Bauern auf 20 bis 30 Prozent. Man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass der Klimawandel Hungersnot und in weiterer Folge Millionen Flüchtlinge hervorrufen wird. Niemand wird verschont – und die Entwicklungsländer sind wieder einmal die Hauptbetroffenen. Apropos Hunger: Wenn es mit dem Zustand der Ozeane weiter abwärtsgeht, hat die Welt in absehbarer Zeit ein riesiges Ernährungsproblem. Den Meeresfischen setzen neben der Überfischung mit brachialen Fangmethoden auch Wassererwärmung und Verschmutzung zu. Die Fische, die das überstehen, fliehen nordwärts, die hungernde Bevölkerung muss zurückbleiben.

    HELENA WALLNER, GÜNTER PILCH

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