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Zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 um 21:44 UhrKommentare

In CO2-Bilanz klafft Lücke von 100 Millionen Euro

2008, im ersten Jahr der Kyoto-Periode, gingen Österreichs CO2-Emissionen zwar leicht nach unten. Die verbleibende Lücke zum Zielwert könnte aber teuer kommen.

Foto © Reuters

Zuerst die gute Nachricht: 2008 hat Österreich um 1,3 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase ausgestoßen als im Jahr davor. Die schlechte: Der Rückgang reicht bei weitem nicht aus, um das Land bei seinen internationalen Klimaschutz-Verpflichtungen auf Kurs zu bringen.

Exakt 86,6 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten haben Österreichs Schlote und Auspuffe im Jahr 2008 in die Atmosphäre geblasen. Das geht aus der aktuellen Treibhausgas-Inventur des Umweltbundesamts hervor. Der Trend ist leicht sinkend: 2007 waren es noch knapp 88 Millionen Tonnen, im Jahr davor sogar 91,5 Millionen. "Wir haben viele Maßnahmen gesetzt, damit die Emissionen sinken, aber wir erreichen das Kyoto-Ziel nicht", sagt Umweltminister Nikolaus Berlakovich.

Dieses Versäumnis wird für die Steuerzahler kostspielig. Laut dem Kyoto-Vertrag darf Österreich zwischen 2008 und 2012 insgesamt 344 Millionen Tonnen Treibhausgase ausstoßen. Pro Jahr wären das 68,8 Millionen Tonnen. Im ersten Jahr dieser Verpflichtungsperiode klafft also bereits eine Lücke von fast 17,9 Millionen Tonnen. Einen guten Teil davon kann die Bundesregierung über "grüne Investitionen" im Ausland, den Emissionsrechtehandel und den österreichischen Waldbestand abfedern. Was trotz allem über bleibt, sind knapp sieben Millionen Tonnen CO2, die Österreich immer noch zu viel ausstößt. Spätestens 2012 muss das Land diese Lücke schließen - realistisch gesehen über den Zukauf von Verschmutzungsrechten am internationalen Markt. Bei den derzeitigen Kosten von rund 15 Euro pro Tonne CO2 würde sich allein der Fehlbetrag von 2008 für den Steuerzahler mit mehr als 100 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Größter Treibhausgas-Produzent ist die Industrie. Ihr Anteil beträgt gut 30 Prozent und ist seit 2007 auch in absoluten Zahlen leicht angestiegen. Die ersten Auswirkungen der Wirtschaftskrise spiegeln sich in den Emissionsdaten von 2008 noch nicht wider. Zweitgrößter Verschmutzer bleibt der Verkehr. Sein Anteil ist von 2007 auf 2008 um 1,3 Millionen Tonnen auf 26 Prozent gesunken, liegt aber immer noch 61 Prozent über den Werten von 1990 und um 3,7 Millionen Tonnen über dem Kyoto-Ziel.

Die Grünen orten in den Zahlen eine "verantwortungslosen Stillstand" in der Klimapolitik. Umweltminister Berlakovich will nun rasch ein Klimaschutzgesetz auf Schiene bringen.

GÜNTER PILCH

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Grafik © APA

Grafik vergrößernTreibhausgas-Emissionen in ÖsterreichGrafik © APA





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