Europas grüne Zukunft im Ozean
So könnte sie aussehen, die grüne Zukunft Europas: Neun nordeuropäische Staaten planen zusammen ein milliardenschweres Ökostromnetz unter der Nordsee - eine Ernergiewende ganz ohne Klimagipfel.

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Neun nordeuropäische planen zusammen ein milliardenschweres Ökostromnetz unter der Nordsee, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Dies meldete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag aus Regierungskreisen. In etwa zehn Jahren könnte das Höchstspannungsnetz fertig sein. Nötig seien aber Investitionen von bis zu 30 Mrd. Euro. Der Plan traf auf überwiegend positives Echo.
Bereits Anfang Dezember hatte das deutsche Bundeswirtschaftsministerium von einem Treffen der Nordseeanrainerstaaten für die Zusammenarbeit bei Offshore-Netzen berichtet. Mit einer politischen Erklärung wurde damals das "North Seas Countries' Offshore Grid Initiative" ins Leben gerufen - das erste gemeinsame Projekt in Sachen Netzanbindung von Offshore-Anlagen.
Tausende Kilometer Kabel
Transport und Verteilung des Stroms an die Abnehmer an Land gelten als wichtige Probleme bei der Errichtung weiterer Windparks auf hoher See. Diese wiederum haben eine zentrale Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien, der unerlässlich für den Klimaschutz ist.
Es geht um Tausende Kilometer Hightech-Kabel. Laut "SZ" sollen nicht nur die Nordsee-Windparks verkabelt werden. Geplant sei eine Verbindung mit Wasserkraftwerken in Norwegen, Gezeitenmeilern an der belgischen und dänischen Küste sowie Wind- und Solaranlagen auf dem europäischen Festland. Das könnte das Problem mildern, dass die Ökostromproduktion vom Wetter abhängig ist: Schwankungen könnten ausgeglichen werden.
Deutsche Politiker und Umweltschützer reagierten überwiegend positiv. Grünen-Umweltexpertin Bärbel Höhn sprach von einer guten und sinnvollen Idee. Allerdings fehlten bisher Geld und konkrete Perspektiven.Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil begrüßte Pläne als energiewirtschaftlich ausgesprochen sinnvoll.
Features
Zweites Projekt
Teilnehmer
Zu den Gründern der Initiative zählen Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Dänemark, die Niederlande, Irland, Luxemburg und Norwegen. Für den 9. Februar sei das erste Treffen der nationalen Koordinatoren vorgesehen. Bis zum Herbst wollten die beteiligten Regierungen eine Absichtserklärung unterzeichnen.
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Sogenannte "Offshore-Parks" existieren bereits in der NordseeFoto © AP
Kritik
Skeptisch äußerte sich der SPD-Energieexperte Hermann Scheer zu dem Projekt. Es liege nur im Interesse der großen Stromkonzerne und ihrer Monopole, sagte er im MDR.






