Fall eins: Tod der Mutter stürzte Familie in tiefes Elend
Nach dem Verlust von Arbeit und Lebensmut braucht der Vater dringend Hilfe. Der angeratene Umzug in die Stadt scheiterte bisher am Geld.

Foto © APADer Tod seiner Frau machte aus einem früher tatkräftigen Familienvater einen Schatten seiner selbst
Wer ihn früher gekannt hat, erkennt ihn kaum wieder. Er ist ein Schatten seiner selbst. Schlank war er immer schon. Nun aber ist er dünn, sein Haar ist schütter geworden, die Hände zittern. Wie er so dasitzt am Tisch in der bescheidenen Küche, die nur einen alten Holzherd hat, kann er einem Leid tun. "Sie" ist seit einem halben Jahr tot, gestorben an einem grausamen Krebs. Sie war noch jung, er fühlt sich jetzt doppelt so alt. Nur die Kinder halten ihn aufrecht. Der Bub und das Mädchen, die noch in die Schule gehen und die den Verlust der Mutter nur nach außen hin verkraftet haben.
Kälte. Nun hängen sie umso mehr am Vater, wollen ihm helfen, wo sie können. Doch sein Gemütszustand lässt wenig Hilfe zu. Die Krankheit seiner Frau wollte er nicht wahrhaben und stürzte nach ihrem Tod in eine tiefe Depression. "In mir ist alles schwarz, nur gähnende Leere", sagt er immer wieder. "Es hat alles keinen Sinn mehr." Dabei müsste er für die Kinder da sein. Das weiß er wohl und tut, was er kann. Doch zur Zeit kann er ihnen nicht einmal ein gemütliches Heim bieten. Er hat nämlich kein Geld mehr für die Reparaturen, die er schon im Sommer in Angriff nehmen hatte wollen. Das gemietete Haus am Land ist alt und schäbig, die Mauern sind feucht, in jeder Ecke nistet der Schimmel. Kalt zieht es vom Boden herauf. Für die Heizung hat er Rohre installiert, die vom Holzherd in die Zimmer führen.
Renovierung. "Im Winter kann ich nicht lange aus dem Haus gehen, sonst ist die Bude kalt", erzählt er mit Verzweiflung. Als seine Frau noch da war, sei alles besser gegangen. Außerdem hatte er Geld verdient, das für die Renovierung gespart wurde.
Belastende Erinnerungen. Doch jetzt hat er keine Arbeit. Er ist vollkommen aus dem Gleichgewicht geraten. Ursprünglich hatte er gedacht, er würde nach Pflege und Genesung seiner Frau wieder arbeiten gehen. Doch daraus wurde nichts. Seine psychische und körperliche Schwäche nach ihrem Tod machen es ihm unmöglich.
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