Schweres Leid eines Kindes
Bewundernswert erträgt ein kleiner Bub seine Krebserkrankung. Liebevoll wird er von seiner Familie betreut, die finanziell durch die notwendige Hausrenovierung überfordert ist.

Foto © Olly/Fotolia | Symbolbild
Alle Kinder sind stolz auf ihre Urkunden. Sei es vom Schi- rennen, Schwimmkurs, "Einmaleins"-Führerschein. Lukas* ist stolz auf eine besondere Urkunde, nämlich eine Tapferkeitsurkunde. Sie bescheinigt ihm außergewöhnlichen Mut. Denn Lukas hat Krebs, eine ganz aggressive Form, bei der beim Erstbefund schon Metastasen den Körper befallen haben.
Lukas hat tapfer und voller Lebenswillen gegen die Krankheit angekämpft und konnte nach eineinhalb Jahren Therapie wieder sein Leben als ganz normaler Junge aufnehmen: Volksschule besuchen, Freunde treffen, am Fußballplatz die Lieblingsmannschaft anfeuern. "Lukas ist ein sehr lebendiges Kind, er würde am liebsten gleichzeitig Rad fahren und Basketball spielen", beschreibt seine Mutter seinen Tatendrang und sein Temperament.
Doch heuer im Sommer die niederschmetternde Diagnose: Ein neuerlicher Tumor bedroht Lukas Leben. Was er auf sich nehmen muss, kennt er von der ersten Behandlung: irrsinnige Gliederschmerzen, Übelkeit, Bauchweh, Fieber. Acht Chemoblöcke, mehrstündige Operationen. Haarausfall und Mundschutz sind nur die äußerlichen Zeichen seines inneren Kampfes. Damit er das alles ertragen kann, steht ihm seine Mutter 24 Stunden zur Seite.
Aufopfernd weicht sie nicht mehr von seinem Krankenbett. Im Laufe der Therapie muss Lukas einige Wochen völlig isoliert werden, darf keinen Keimen ausgesetzt sein. Denn wieder muss eine Stammzellentransplantation durchgeführt werden. In dieser Phase wird "Lukas zum Häuflein Elend", so die Mutter. Dann beginnt das bange Warten, ob die Therapie anschlägt. Nach alldem kommt der schmerzhafte Weg der Erhaltungstherapie und Rehabilitation.
"Wir haben immer sehr offen geredet. Am Anfang waren die Ängste sehr groß. Und Lukas hat auch gewusst, dass alles wieder kommen kann", sagt seine Mutter. "Warum ich?", stellte sich Lukas die unbeantwortbare Frage. Doch dann habe er pragmatisch festgestellt: "Genug geweint! Wenn ihr mir helft, dann kämpfe ich wieder." Und so ist das Motto der gesamten Familie: Es zählt nur das Gesundwerden.
Dass die Krankheit auch die Berufsausübung des Vaters, den Schulbesuch des älteren Kindes, die finanziellen Verpflichtungen arg belastete, liegt auf der Hand. Seit vier Jahren kann die Mutter nicht mehr ihrem Beruf nachgehen, sie ist in Familienhospiz, dass bedeutet Kranken- und Pensionsversicherung, aber kein Einkommen. Wohl nimmt die Firma des Vaters vorbildlich Rücksicht auf die Situation. Das ältere Kind hat eine Lehre abgeschlossen, um früh unabhängig sein zu können.
Aber dringende Sanierungsmaßnahmen beim vor Jahren gekauften, 50 Jahre alten, bescheidenen Haus mussten hintangestellt werden. Da Lukas sehr auf Hygiene achten muss, wurde bereits das Badezimmer saniert und ein zweites WC eingebaut. "Die Dacherneuerung schaffen wir alleine nicht", dafür fehlt das Geld. Auch die zugigen Fenster müssten aus Rücksicht auf den kranken Buben erneuert werden. Wobei die Familie viel Eigenleistung erbringen könnte. "Wir leben von einem Tag auf den anderen. Heute geht es Lukas gut, aber wie wird es morgen sein? Ich mache mir keine Gedanken Monate voraus, nicht einmal das kommende Weihnachtsfest planen wir. Wir nutzen jeden Tag, weil wir nicht wissen, wie viel Zeit uns bleibt."
Wir glauben fest daran, dass das Christkind Lukas viele Jahrzehnte Freude bereiten wird...
* Name von der Redaktion geändert
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