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Zuletzt aktualisiert: 03.10.2009 um 05:10 UhrKommentare

Auf der Suche nach billigen Lebensmitteln

"Kärntner in Not" hat im heurigen Jahr bei der Anzahl der Hilfesuchenden einen neuen Rekord aufgestellt: Noch nie wurden so viele Anträge bearbeiten.

Frauen über 50 rutschen besonders leicht in die Armutsfalle

Foto © WeichselbraunFrauen über 50 rutschen besonders leicht in die Armutsfalle

Für mich stellt sich monatlich die gleiche Frage: Wie werde ich über die Runden kommen? Das ungute Gefühl der immer wiederkehrenden Sorgen möchte ich hier nicht näher beschreiben... Wenn man in die Armutsfalle gerät, einem die Existenzgrundlage entzogen wird und man im wahrsten Sinne des Wortes ums Überleben kämpft, braucht man schon ein großes Stück an Gottvertrauen, um daran nicht zu verzweifeln... Es ist ein schwacher Trost zu hören, man sei ja nur armutsgefährdet, das bedeutet, das monatliche Einkommen ist in etwa gleich hoch wie die anfallenden Kosten für Wohnung, Strom, Heizung. Ich bin ständig auf der Suche nach billigen Lebensmitteln, kaufe in der Bäckerei Brot vom Vortag zum halben Preis..." -

Generation "50+"

Diese Schilderung einer immer wieder von Arbeitslosigkeit betroffenen Frau, die nur mehr eine Teilzeitbeschäftigung findet und dadurch im Einkommen immer weiter nach unten rutscht, die der Generation "50 +" angehört, die als alleinerziehende Mutter drei Kinder großgezogen hat, ist ein berührendes Beispiel für "working poor": ein Schlagwort, das längst mitten unter uns Geltung hat. Zynisch mutet da dieAblehnung an, die sie auf ihren Antrag auf Rezeptgebührenbefreiung erhielt: Sie lag mit ihren monatlichen Nettoeinkommen von 772,50 Euro um zehn Cent (!) über der Einkommensgrenze.

Diese und viele andere Dankesschreiben an "Kärntner in Not", die wir heute auszugsweise den Spendern des Kleine Zeitung- Hilfsprojektes vorstellen, veran

schaulichen eines: private Hilfestellung ist und wird angesichts der Wirtschaftslage und der knappen Sozialbudgets dringend notwendig. Wir zitieren so ausführlich aus den Reaktionen, weil sie die menschliche Seite von "Kärntner in Not" klar verdeutlichen und zeigen, dass davon tausende Schicksale betroffen sind.

Armut ist meist an eine Zerrüttung gekoppelt: Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder familiäre Probleme bringen das Gleichgewicht schnell ins Wanken. Wenn dann noch Gewalt in der Familie, Alkoholprobleme oder Spielsucht oder auch nur verantwortungsloser Umgang mit finanziellen Resourcen hinzu kommen, sind die Betroffenen auf sich alleine gestellt schnell chancenlos: Sie brauchen solidarische Hilfe!


"Kärntner in Not" hat heuer 579 Hilfesuchende unterstützt

Die Zitate zeigen, dass daran Schicksale von einzelnen Menschen hängen. Dennoch wollen wir auch Zahlen nicht ganz außer Acht lassen: 579 Antragsteller, hinter denen meist mehrköpfige Familien stehen, haben im heurigen Spendenjahr eine Unterstützung durch "Kärntner in Not" bekommen. Insgesamt wurden bereits 480.900,31 Euro verteilt.

Dass unsere Stärke, das Spendengeld unbürokratisch zu 100 Prozent den Hilfesuchenden zur Verfügung zu stellen, schlagend wird, verdankt "Kärntner in Not" auch der großzügigen finanziellen Unterstützung durch die BKS Bank. Danke allen Spendern und dem Vorstand der BKS für ihr Engagement!

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