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    Zuletzt aktualisiert: 22.11.2008 um 19:52 UhrKommentare

    Vom Schicksal eiskalt erwischt

    Schock für eine Familie, die bereits vor dem finanziellen Kollaps stand: Der Familienerhalter ist jetzt auch noch an Lungenkrebs erkrankt.

    Zunächst Privatkonkurs, jetzt Lungenkrebs. Und die Familie leidet still

    Foto © WeichselbraunZunächst Privatkonkurs, jetzt Lungenkrebs. Und die Familie leidet still

    Wenn ich könnte, dann würde ich dieses heurige Jahr streichen", sagt Markus L. (50) leise und faltet die Hände. Doch das Jahr lässt sich nicht auslöschen - weder aus der Erinnerung, noch aus dem Körper. Es hat sich festgesetzt wie ein Geschwür, das sich durch ein Organ frisst. Erbarmungslos.

    Schicksalsschlag. Ein Häuschen im Grünen, dort, wo die Stadt in grüne Wiesen ausfranst. Die Fassade teilweise noch im Rohbau, die Fenster notdürftig abgedichtet. Markus L. ist gerade zurück von der Chemotherapie. Später wird er sich hinlegen und schlafen, nur noch schlafen, nichts mehr wissen wollen. Susanne L. sitzt am Küchentisch, die Arme verschränkt. Hoffnung - ein großes Wort. Jetzt geht es darum, sich von Tag zu Tag zu hanteln, wie ein Artist an einem Seil.

    Schock-Diagnose. Begonnen hat alles mit mehreren Bandscheibenvorfällen und einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Im Krankenhaus wird Diabetes diagnostiziert. Und ein Schatten auf der Lunge. Böse Ahnung. Lungenkrebs, ein Zufallbefund. Als er entdeckt wird, ist der Tumor über fünf Zentimeter groß. Bis zur Operation wächst er auf zehn Zentimeter, sechs von sieben Lymphknoten sind befallen.

    Therapie. Am Tag der ersten Chemotherapie von Markus L. stirbt der Schwiegervater an Krebs. Seine Frau Susanne (41) hatte ihn bis zuletzt gepflegt. Schwarze Wolken, die nicht weichen wollen. Die 13jährige Johanna, das jüngsten der vier Kinder, zieht sich immer mehr zurück, will das Haus nicht mehr verlassen, leidet an unerklärlichen Fieberschüben. Körperlich ist sie gesund. Die Ärzte vermuten, dass Johanna mit dem Vater mitleidet.

    Privatkonkurs. Zur Krankheit gesellt sich der finanzielle Absturz. Unverschuldet. Dabei hatte alles so gut begonnen: Markus L. hatte einen guten Job, die Familie kaufte ein Haus. Dann ging sein Arbeitgeber Pleite. Auf den Privatkonkurs folgte die Hausversteigerung. Sie ziehen in eine "Ruine". Die Miete ist günstig, dafür müssen sie alles selbst renovieren.

    Tragödie. Das ging auch gut - bis Anfang dieses Jahres. Mit seiner Lungenfunktion ging es rasch bergab. Wenn er heute Stiegen steigt, muss er sich danach eine halbe Stunde ausruhen. Dabei wäre so viel zu tun! Die Dusche funktioniert schon lange nicht mehr, die Decke im Bad hängt herab, die Fliesen sind gesprungen, aus der Mauer ragen Leitungen. Der Holz-Kohle-Ofen im Keller, der die Zentralheizung speist, ist schon seit Jahren kaputt, die Temperatur lässt sich nicht mehr regeln. Markus L. war Familienerhalter, nun sucht er um Pension an. Seine Frau hat ebenfalls zahlreiche Operationen hinter sich, kann wegen massiver orthopädischer Beschwerden teilweise nicht einmal mehr mit dem Auto fahren.

    Herzenswunsch. Weihnachten? Für 24. Dezember ist die nächste Chemo angesetzt. Die "schwere" Chemo. Danach liegt Markus L. fünf Tage lang mit Schwindel und Übelkeit flach. Und dann noch die Angst. Vor Hirnmetastasen. Johanna wünscht sich eine PSP, eine portable Playstation. Doch dafür ist kein Geld da. Damit sie nicht allzu enttäuscht ist, versuchen die Eltern, ihr den Herzenswunsch auszureden. "Das ist ein Spiel für Buben. Schau mal, das brauchst du doch gar nicht."

    ISABELLA STRAUB

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