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Zuletzt aktualisiert: 06.04.2012 um 18:38 UhrKommentare

US-Küstenwache versenkte "Geisterschiff"

Die "Ryou-Un Maru" hat ihre einjährige Reise über den größten Ozean der Welt unsanft beendet: Die US-Küstenwache versenkte vor Alaska den Fischtrawler, der sich vor einem Jahr nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan losgerissen hatte.

Foto © APA

Die US-Küstenwache hat vor Alaska einen herrenlos über den Pazifik driftenden Fischtrawler versenkt. Das rund 60 Meter lange Geisterschiff, das sich vor einem Jahr nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan losgerissen hatte, sei in der Nacht auf Freitag gesunken, bestätigte Behördensprecherin Lindsey Kirby auf Anfrage. Bis auf einen dünnen Ölfilm an der Wasseroberfläche sei von dem Boot nichts übrig geblieben. Damit endete seine einsame Reise über den größten Ozean der Erde.

Das japanische Schiff war Ende März gut 200 Kilometer vor der Küste der kanadischen Provinz British Columbia aufgetaucht. Vor einer Woche trieb es dann in US-Küstengewässer. Es musste in Brand geschossen werden, da es den Schiffsverkehr in dem Gebiet gefährdet habe, sagte Kirby. Ein Schiff der Küstenwache eröffnete das Feuer auf die "Ryou-Un Maru". Mit seinen Kanonen schoss es Löcher in die Stahlwand des Geisterschiffes.

Nach Angaben der Küstenwache habe es mehr als vier Stunden gedauert, den Trawler zu versenken. Seefahrer seien durchgehend über die Position des Schiffes auf dem Laufenden gehalten worden. Abschließend wolle die Küstenwache das Gebiet noch einmal überfliegen, um festzustellen, ob nicht doch noch gefährliche Trümmer aufsteigen.

Die Operation wurde zunächst verzögert, weil ein kanadischer Fischer an Ort und Stelle mit dem Gedanken spielte, das führerlose Schiff zu bergen. Der Kapitän ließ aber von der Aktion ab, als klar wurde, dass es nicht sicher sei, das Schiff abzuschleppen.

Das ins Wasser gelaufene Öl stelle keinerlei Gefahr für die maritime Lebenswelt dar, versicherte die Küstenwache. Das Risiko einer Umweltverschmutzung wurde als gering eingeschätzt, da das Schiff "schon sehr lange auf offener See unterwegs war", hieß es in einer Mitteilung. Das wenige Öl auf dem Wasser werde sich schnell auflösen.

Quelle: APA

Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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