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Zuletzt aktualisiert: 06.04.2012 um 07:18 UhrKommentare

US-Küstenwache feuerte auf Tsunami-"Geisterschiff"

Geschützfeuer der US-Küstenwache soll die Reise eines japanischen "Geisterschiffs" beenden, das seit der Tsunami- Katastrophe vor einem Jahr herrenlos durch den Pazifik treibt. Unbekannt ist, ob noch Diesel in den Tanks des Trawlers ist.

Die "Ryou-un Maru" treibt seit der Tsunami-Katastrophe vom März 2011 auf dem Meer

Foto © APADie "Ryou-un Maru" treibt seit der Tsunami-Katastrophe vom März 2011 auf dem Meer

Eine erste Salve setzte am Donnerstag im Golf von Alaska die 50 Meter lange "Ryou-un Maru" in Brand. Wasser drang in das Schiff ein und es bekam Schlagseite. Zwei Stunden später feuerte ein Schiff der Küstenwache eine zweite Salve in das Schiff, um es zu versenken. Kip Wadlow, Sprecher der Küstenwache, sagte dem US-Sender MSNBC, dass das rund 60 Meter lange Geisterschiff den Schiffsverkehr in dem Gebiet gefährde.

Ob und wie viel Diesel noch in den Tanks des Geisterschiffs ist, war nicht bekannt. Die Behörden kamen aber zu dem Schluss, dass ein Versenken des unbeleuchtet treibenden Schiffs für den Schiffsverkehr und die Umwelt die kleinere Gefahr darstellt.

Eine kanadische Schiffsbesatzung hatte die Bergungsrechte "Ryou- un Maru" für sich reklamiert. Die Küstenwache gab ihr Zeit, das Geisterschiff in Schlepp zu nehmen. Aus kanadischen Schifffahrtskreisen verlautete, das sei dem 20 Meter langen Fischerboot "Bernice C" nicht gelungen. Erst danach wurde der Feuerbefehl erteilt.

Die "Ryou-un Maru" sollte auf der Insel Hokkaido verschrottet werden und wurde deshalb von der Riesenwelle nach dem Erdbeben ohne Fracht ins Meer gerissen. Im März 2011 wurden von dem Tsunami entlang der japanischen Küste etwa fünf Millionen Tonnen Trümmer in den Ozean gespült.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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