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Zuletzt aktualisiert: 10.03.2012 um 20:28 UhrKommentare

Kinderheim Ichinoseki: Ein Zuhause für 55 Kinder

Im April bat die Kleine Zeitung ihre unsere Leser um Spenden für ein Kinderheim. Eine Zwischenbilanz.

Die Kinder freuen sich bereits auf ihr neues Zuhause

Foto © CaritasDie Kinder freuen sich bereits auf ihr neues Zuhause

Eigentlich haben sie schon genug Schicksalsschläge hinter sich. Eigentlich hätten sie das Recht auf ein glückliches Leben. Eigentlich, nein ganz konkret entkamen auch sie nicht dem Erdbeben: 55 Waisen und Kinder aus zerrütteten Familien wohnen seit Weihnachten in einem provisorischen Gebäude aus Wellblech und Betonelementen. Ihr bisheriges Zuhause, das Kinderheim in Ichinoseki, wird gerade abgerissen. Die Schäden am Haus waren zu gravierend.

Bewusstes Zeichen gegen die Atomkraft

Doch da ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft - und das auch dank der Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung: Kurz nach der Katastrophe initiierten alle österreichischen Bundesländerzeitungen gemeinsam eine Sammelaktion und konnten der Caritas in Folge 266.000 Euro übergeben. Kosten wird das neue Heim rund acht Millionen Euro. Die verstärkte Nachfrage nach Baumaterial und Arbeitskräften hat den Preis zuletzt empfindlich nach oben getrieben. Entschieden hat sich das Team unter der Leitung von Schwester Caelina, einer deutschen Nonne, für eine energieeffiziente und umweltfreundliche Bauweise - ein bewusstes Zeichen gegen Atomkraft. Es soll ein Modellprojekt für die ganze Region, die Präfektur Iwate, werden.

Miteinbezogen wurden auch die Kinder: Sie konnten ihre Wünsche malen oder aufschreiben. Ende 2013 sollen die Kinder ins neue Heim ziehen können. Schwester Caelina: "Sie freuen sich aber schon jetzt, nicht mehr in beschädigten, kalten Räumen hausen zu müssen."

MONIKA SCHACHNER

Foto

Foto © Caritas

Waisen und Kinder aus zerrütteten Familien wohnen derzeit in einem Provisorium aus Blech und Beton Foto © Caritas

Fakten

Spenden für das neue Kinderheim sind weiterhin möglich an: Caritas 7.925.700, PSK 60.000, Kennwort: Kinder in Japan .

Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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