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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2011 um 14:15 UhrKommentare

Arbeiter erzählen von ihren Momenten der Angst

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht.

Foto © AP

"Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief 'Meerwasser strömt herein', begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte", wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem am Freitag vom Akw-Betreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen.

Stiefel geschmolzen

Mit dem Zwischenbericht werden erstmals Erfahrungsberichte von Arbeitern aus dem Atomkraftwerk öffentlich gemacht. Beschrieben werden unter anderem Versuche, Druck aus einem Reaktor zu lassen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien. Die Hitze sei so groß gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschließende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge. Rund 20.000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall gab es zwar keine direkten Todesopfer, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

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