Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 23. Oktober 2014 07:52 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Unglücksreaktor in Fukushima wird rückgebaut Japans Kampf gegen die Strahlen Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Japan nach der Katastrophe Nächster Artikel Unglücksreaktor in Fukushima wird rückgebaut Japans Kampf gegen die Strahlen
    Zuletzt aktualisiert: 02.11.2011 um 11:41 UhrKommentare

    Fukushima: Neue Kernspaltung?

    In Reaktor 2 des japanischen AKW gebe es Anzeichen von erneuter Kernspaltung. Man habe damit begonnen, Borsäure einzuleiten, um eine mögliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu haben.

    Foto © APA

    Die Lage im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ist auch nach fast acht Monaten nicht unter Kontrolle. Nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde und des Betreiberkonzerns Tepco vom Mittwoch wurden im Reaktor 2 Gase gefunden, die bei einer Kernspaltung freigesetzt werden. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der geschmolzenen Brennstäbe noch aktiv sein könnte.

    Sollte es zu einer Kernreaktion gekommen sein, dürfte dies jedoch laut der Atomaufsicht nur vorübergehend und örtlich begrenzt passiert sein. Die Behörde glaubt nicht, dass dabei genug Energie freigesetzt wurde, um die Temperatur und den Druck im Reaktor ansteigen zu lassen. Die ersten Befunde zeigen aber, dass die stabil geglaubte Lage im AKW doch fragiler sein könnte als angenommen.

    Borsäure gegen Kettenreaktion

    Tepco leitete am Mittwoch Borsäure in den Reaktor, um eine mögliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu haben, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Experten gehen davon aus, dass es im März in dem Reaktor wie auch in den beiden Nachbarreaktoren 1 und 3 zu Kernschmelzen gekommen war, als das Kühlsystem in Folge des schweren Erdbebens und Tsunami ausgefallen war. Die Folge sind beträchtliche Schäden an den Reaktoren, einschließlich der Reaktorgehäuse.

    Die unlängst deutlich gesunkene Temperatur und der Druck im Reaktor 2 hätten sich seit der Entdeckung der Gase nicht verändert, hieß es am Mittwoch bei Tepco. Die Lage sei stabil. Der Betreiberkonzern hatte bei einer Überprüfung der Radioaktivität im Reaktorgehäuse zwei Gase festgestellt, Xenon-133 und Xenon-135. Beide haben nur eine kurze Halbwertzeit von fünf Tagen beziehungsweise neun Stunden. Ihre Existenz deutet laut dem Betreiberkonzern darauf hin, dass kürzlich eine Kernspaltung stattgefunden hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch eine weitere Kernschmelze eingesetzt hat.

    Der Befund könnte dennoch laut japanischen Medien die Planung der Regierung und von Tepco durchkreuzen, die Reaktoren in dem AKW bis Ende des Jahres sicher unter Kontrolle zu bringen; Experten sprechen dabei von einem "cold shutdown". Tepco selbst versuchte den Vorfall herunterzuspielen: Man gehe nicht davon aus, dass es zu einer Änderung im Zeitplan kommt, wurde Tepco-Sprecher Junichi Matsumoto zitiert. Die Atomaufsichtsbehörde wurde um weitere Analysen gebeten. Derweil setzt Tepco weiter Wasser ein, um den Reaktor zu kühlen. Die Atomaufsichtsbehörde schätzt die Situation insgesamt als stabil ein.

    Anderer Reaktor wieder in Betrieb

    Die Vorgänge in der Atomruine Fukushima Daiichi erfolgen just zu einem Zeitpunkt, da Japan erstmals seit Beginn der Atomkatastrophe wieder einen heruntergefahrenen Reaktor im Land in Betrieb nimmt. Der Betreiberkonzern Kyushu Electric auf der südlichen Hauptinsel Kyushu teilte mit, dass der Reaktor Genkai Nummer 4, der nach einer Panne Anfang Oktober automatisch heruntergefahren worden war, seit Mittwochnachmittag (Ortszeit) wieder Strom produziert. Sollte alles glatt laufen, dürfte der Reaktor in der Provinz Saga bis Freitag wieder voll in Betrieb sein. Er soll im Dezember zu routinemäßigen Untersuchungen erneut heruntergefahren werden. Die Regierung versicherte, dass er einem "rigorosen" Stresstest unterzogen werde.

    Ungeachtet der Atomkatastrophe in Fukushima erwartet die Internationale Atomenergieagentur IAEA, dass die Zahl der Kernkraftwerke in den nächsten Jahrzehnten stetig zunimmt. Einige Länder hätten ihre Pläne nach dem Unglück in Fukushima aber geändert, andere die Sicherheit ihrer Anlagen verstärkt, sagte IAEA-Direktor Yukiya Amano am Dienstagabend in New York.


    Mehr Japan nach der Katastrophe

    Mehr aus dem Web

      Die Katastrophe

      Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

      Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

      Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

      Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

      Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

       

      Fotoserien

      Schweigeminute in Japan 

      Schweigeminute in Japan

       

      KLEINE.tv

      Japan trauert um Opfer der Atomkatastrophe

      Vor drei Jahren hatten ein verheerender Tsunami und die darauffolgende A...Bewertet mit 5 Sternen

       


      Die Erde bebt, die Kamera läuft

      Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

      Atomkraftwerke rund um Österreich

      200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!