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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2011 um 09:03 UhrKommentare

Tepco gibt weitere Kernschmelzen zu

Die Lage im Kernkraftwerk Fukushima ist noch schlimmer als bisher angenommen: Die Betreibergesellschaft Tepco geht mittlerweile davon aus, dass es schon vor Wochen zu einer Kernschmelze in zwei weiteren Reaktoren gekommen ist

Foto © APA

Im japanischen Katastrophen-Kernkraftwerk Fukushima ist es höchstwahrscheinlich in zwei weiteren Reaktorblöcken zur teilweisen Kernschmelze gekommen. Wie die Betreiberfirma Tepco am Dienstag in Tokio mitteilte, gehe man davon aus, dass sich auch in den Reaktoren zwei und drei die Brennstäbe teilweise verflüssigt haben.

Damit wäre es in allen drei zum Zeitpunkt des Erdbebens am 11. März in Betrieb befindlichen Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi zur Kernschmelze gekommen. Durch das Beben und den anschließenden Tsunami waren Teil der Anlage zerstört worden, vor allem das Kühlsystem. Seither tritt Radioaktivität aus.

Bisher war Tepco davon ausgegangen, dass lediglich in Reaktor eins die Brennstäbe größtenteils geschmolzen waren und sich die Masse nun am Boden des Reaktordruckbehälters befindet.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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