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Zuletzt aktualisiert: 27.04.2011 um 11:18 UhrKommentare

Kaiserpaar besuchte erstmals Tsunami-Gebiet

Japans Kaiserpaar hat am Mittwoch erstmals die durch den Tsunami zerstörte Nordostküste des Landes besucht. Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko landeten auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Präfektur Miyagi auf der Hauptinsel Honshu.

Foto © APA

Der 77-jährige Kaiser verbeugte sich bei seiner Ankunft vor Rettungs- und Hilfskräften des Militärs, die zu seiner Begrüßung gekommen waren.

Anschließend reiste das Paar per Helikopter weiter in die stark zerstörte Küstenstadt Minamisanriku. In der 20.000-Einwohner-Stadt wurden nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami vom 11. März die Leichen von 496 Einwohnern gefunden, 656 weitere werden noch vermisst. Mehr als 3.800 Häuser wurden durch die Flutwelle zerstört, noch immer leben mehr als 6.000 Menschen in Notunterkünften. Später wollte das Kaiserpaar eine dieser Notunterkünfte in der Stadt Sendai besuchen.

Ferngesteuerte Roboter haben indes bei einer Kontrolle des Reaktorbehälters des bei der Naturkatastrophe havarierten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima zunächst "keinen bemerkenswerten Wasserausfluss" entdeckt. Dies teilte der AKW-Betreiber Tepco mit. Die Untersuchungen würden fortgesetzt. Dazu werde mehr Wasser in den Behälter geleitet.

Wie unterdessen bekannt wurde, hat eine Arbeiterin beim Akw Fukushima eine viel zu hohe Strahlendosis abbekommen. Der Wert sei mit 17,55 Millisievert mehr als dreimal so hoch wie der festgelegte Grenzwert von fünf Millisievert für einen Zeitraum von drei Monaten, wurde Tepco zitiert. Vor einigen Tagen hatte die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, dass es mittlerweile 30 Fukushima-Helfer gibt, deren Gesamtdosis bei mehr als 100 Millisievert liegt. Zum Vergleich: Für Mitarbeiter von Atomkraftwerken in Deutschland ist eine Strahlendosis von höchstens 20 Millisievert pro Jahr erlaubt.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

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200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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