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Zuletzt aktualisiert: 03.04.2011 um 10:51 UhrKommentare

Fukushima: "Das Leben der Bauern steht auf dem Spiel"

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima hat die Informationspolitik der japanischen Atomaufsichtsbehörde kritisiert. Die Angaben zur Radioaktivität landwirtschaftlicher Produkte aus der Region seien zu spät veröffentlicht worde.

Foto © Reuters

"Können Sie die Zahl der Prüfer nicht erhöhen? Die Leben der Bauern stehen auf dem Spiel. Die Frage ist, ob sie morgen leben können", sagte Yuhei Sato demnach bei einem Treffen des Katastrophenteams der Präfektur mit Vertretern der Atomaufsicht. Dem Bericht zufolge entgegnete ein Beamter der Behörde lediglich: "Ich habe verstanden." Anschließend habe er Journalisten erklärt, es gebe nicht genügend Materialien für die Tests in der Präfektur.

Nachdem in der Präfektur Fukushima verseuchtes Gemüse wie Brokkoli und Spinat entdeckt worden war, hatte die japanische Regierung die Präfekturleitung am 23. März angewiesen, Lieferungen zu stoppen. Die Zentralregierung erwäge nun, die Beschränkungen wieder aufzuheben, nachdem bei drei Tests Radioaktivität unterhalb bestimmter Grenzwerte gemessen worden war. Es dauere aber ein paar Tage, bis die Ergebnisse der einzelnen Tests freigegeben würden, sagte Sato.

Zudem sollen von Montag an Industriegüter von Herstellern aus Fukushima in einem Forschungsinstitut auf radioaktive Strahlung überprüft werden. Die Präfekturverwaltung befürchtet, wegen der Sorgen müsse der Handel ins Ausland gedrosselt werden.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

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