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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2011 um 11:47 UhrKommentare

Japan braucht milliardenschweres Notbudget

Japans Regierung wird einem Zeitungsbericht zufolge für den Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe im April ein milliardenschweres Notbudget ins Parlament einbringen. Der erste Sonderetat habe wahrscheinlich einen Umfang von umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro.

Foto © APA

Das berichtete die Tageszeitung Nikkei ohne Angaben von Quellen. Um die Folgen der Dreifach-Katastrophe Erdbeben, Tsunami und Atom-Gau zu bewältigen brauche die Regierung wohl noch zwei weitere Sonderhaushalte. Offizielle Schätzungen bezifferten den Schaden an Straßen, Häusern, Fabrikanlagen und der Infrastruktur auf über 300 Milliarden Dollar (213 Mrd. Euro).

Das erste Nachtragsbudget werde vor allem durch das Lockermachen von Notreserven und durch Kürzungen bei anderen Ausgaben finanziert, berichtete die Zeitung. Zur weiteren Finanzierung der Folgekosten der weltweit teuersten Naturkatastrophe würden einige Regierungsvertreter für eine vorübergehende Erhöhung der Einkommenssteuer eintreten. Das Finanzministerium wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Ministerpräsident Naoto Kan hatte nach Angaben der Agentur Kyodo am Dienstag von Ausgaben in Höhe von 17 bis 25 Milliarden Euro in einem ersten Hilfspaket gesprochen.

Japans Parlament hatte am Dienstag den regulären Haushalt für das kommende Finanzjahr verabschiedet. Allerdings ist noch die Zustimmung für die Ausgabe von Staatspapieren zur Finanzierung der zusätzlichen Ausgaben notwendig. Dazu braucht die Regierungspartei die Opposition. Die regierende demokratische Partei hatte bereits signalisiert, ihre Ausgabepläne zurückzufahren, etwa bei der Kinderbetreuung oder gebührenfreien Autobahnen. Ministerpräsident Kan hatte am Dienstag betont, keine Quelle zur Finanzierung des Wiederaufbaus sei ausgeschlossen, einschließlich Steuererhöhungen.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

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