Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
18. Mai 2013 16:44 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Japan zwei Jahre nach "3/11" US-Küstenwache feuerte auf Tsunami-"Geisterschiff" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Japan zwei Jahre nach der Katastrophe Nächster Artikel Japan zwei Jahre nach "3/11" US-Küstenwache feuerte auf Tsunami-"Geisterschiff"
Zuletzt aktualisiert: 26.03.2011 um 15:01 UhrKommentare

Strahlung im Meerwasser drastisch erhöht

Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima spitzt sich die Lage erneut zu. Verstrahltes Wasser ist aus den Reaktoren ins Meer geflossen

Foto © APA

Die Auswirkungen der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima eins auf die Umwelt erweisen sich als immer schwerwiegender. Im Meerwasser einige hundert Meter vor dem AKW wurde eine Konzentration von radioaktivem Jod 131 gemessen, die um das 1.250-fache über dem zulässigen Höchstwert liegt, wie Japans Atomsicherheitsbehörde am Samstag mitteilte.

Zu der stark radioaktiv verseuchten Meerwasserprobe sagte ein Sprecher der Behörde für Atomsicherheit, würde ein Mensch einen halben Liter Wasser mit einer solchen Jodkonzentration trinken, dann hätte er auf einen Schlag die Menge an radioaktivem Jod zu sich genommen, die er in einem Jahr aufnehmen könne. Am Dienstag hatte der Wert bei Messungen noch um das knapp 127-fache über der zulässigen Grenze gelegen.

Die Auswirkungen der deutlich angestiegenen Konzentration auf die Umwelt seien aber vergleichsweise gering, sagte der Behördensprecher. Sie müsse deutlich höher sein, um von Algen oder Meerestieren aufgenommen zu werden. Zudem betrage die Halbwertzeit von Jod 131 lediglich acht Tage. Ein Experte des französischen Instituts für Atomsicherheit (IRSN) warnte allerdings, die Konzentration könne auf einen beschädigten Reaktorbehälter hinweisen.

Kraftwerksbetreiber Tepco teilte zudem mit, dass auch die Konzentration von radioaktivem Cäsium 137 den zugelassenen Grenzwert um knapp das 80-fache überschreite. Das Krebs erregende Element hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren.

Im AKW kämpften Techniker mit einer weiteren stark radioaktiv verseuchten Pfütze. Aus Sorge über die Salzablagerungen in Fukushima durch die Kühlung der Reaktoren mit Meerwasser gingen die Einsatzkräfte dazu über, mit Süßwasser zu kühlen. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, er glaube, dass eine weitere Verschlechterung der Lage verhindert worden sei.

Bei dem AKW an der Nordostküste Japans waren nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März die Kühlsysteme mehrerer Reaktoren ausgefallen, was mehrere Explosionen und Brände auslöste. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch immer nicht absehbar. Betreiber und Behörden versuchen, die Reaktoren von außen mit Wasser zu kühlen und die Kühlsysteme wieder in Gang zu bringen. Austretende Radioaktivität behindert die Arbeiten aber immer wieder.

Im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktor 1 wurde laut Tepco stark radioaktives Wasser entdeckt, das den Kampf gegen den Super-GAU weiter erschweren könnte. Das Wasser sei womöglich aus undichten Rohren oder Ventilen zwischen Turbinengebäude und Reaktor ausgetreten, sagte ein Mitarbeiter der Atomsicherheitsbehörde. Auch in den Turbinengebäuden der Reaktoren 2 und 4 stand bis zu einem Meter hohes Wasser, das derzeit auf Radioaktivität untersucht werde. Am Donnerstag waren bei Arbeiten am Reaktor 3 drei Arbeiter verstrahlt worden, nachdem sie durch verseuchtes Wasser gelaufen waren.

Inzwischen sind auch in Frankreich erste radioaktive Spuren aus dem havarierten Atomkraftwerk nachgewiesen worden. Wie das Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) in Paris am Samstag mitteilte, handelt es sich jedoch nur um eine sehr geringe Erhöhung der Konzentration von Jod 131 in der Luft.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

Fotoserien

Fukushima: Mutationen bei Schmetterlingen 

Fukushima: Mutationen bei Schmetterlingen

 

KLEINE.tv

Fukushima: Rückkehr zur Atomenergie

Schweigeminute im Energieversorgungsunternehmen TEPCO. Mitarbeiter der F...Noch nicht bewertet

 


Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang