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Zuletzt aktualisiert: 20.03.2011 um 09:22 UhrKommentare

Menschen in Fukushima haben Angst

Lebensmittel und Trinkwasser werden knapp. Immer noch gibt es hunderttausende Menschen in Fukushima. Sie seien laut Augenzeugenberichten nicht panisch, hätten aber Angst.

"Es sind immer noch Hunderttausende Menschen in Fukushima. Es ist dort nicht wie in einer Geisterstadt." Das sagte Steven Herman vom Radiosender Voice of America (VOA), der am Samstag als einer der letzten ausländischen Journalisten die Präfektur verlassen hat, am Sonntag der dpa. Die Atmosphäre beschrieb Herman als ruhig. "Natürlich haben die Menschen Angst. Aber sie sind nicht in Panik."

Wer Verwandtschaft in anderen Regionen Japans habe, sei gegangen. Die meisten Bewohner der Präfektur aber seien immer noch da, da die Regierung außerhalb des 20- beziehungsweise 30-Kilometer-Radius um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Eins nicht zur Evakuierung aufgerufen habe. "Es ist ihr Zuhause", sagte Herman. "Viele wissen nicht, wohin sie gehen sollten." In die Notunterkünfte dürften sie nicht. "Es ist ihnen nicht erlaubt. Die Notunterkünfte sind voll. Dort sind schon all die Menschen, deren Häuser vom Erdbeben oder vom Tsunami zerstört wurden."

Tag für Tag hätten immer weniger Geschäfte geöffnet, Restaurants und Geschäfte hätten keine Lebensmittel und kein Trinkwasser mehr, berichtete der Journalist. "Gestern hatten nur wenige Tankstellen für ein paar Stunden geöffnet." Davor hätten sich lange Schlangen gebildet, die Menschen hätten stundenlang gewartet, um ein paar Liter Benzin zu bekommen.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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