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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2011 um 21:48 UhrKommentare

Erfolg und neue Gefahren

Während man bei der Kühlung der Atomreaktoren in Fukushima erste Erfolge verbuchen kann, droht durch verseuchte Lebensmittel neue Gefahr.

Foto © AP

Bangen und dann wieder hoffen. Freudige Ereignisse wechseln sich in Japan nach wie vor beinahe im Minutentakt mit ernüchternden Informationen ab. So wurde am Samstag die vermeintliche Rettung eines Mannes gefeiert, der acht Tage lang in den Trümmern seines Hauses überlebt haben soll. Später stellte sich heraus, dass der Mann, geprägt von einem schweren Schock, aus einem Notlager zurückgekehrt war, um bei sich zu Hause "sauber zu machen".

Im größten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima versuchten hingegen auch am Samstag wieder zahlreiche Helfer, den atomaren Super-GAU zu verhindern. Die Feuerwehr setzte in Zusammenarbeit mit der Armee mehr als 1800 Tonnen Wasser ein, um mit Speziallöschfahrzeugen die Reaktoren zu kühlen. Mit Erfolg, wie der japanische Regierungssprecher Yukio Edano versicherte. Die Oberflächentemperatur der Reaktoren 1 bis 4 sei nach seinen Informationen auf "100 Grad Celsius und darunter" gesunken. Auch bei den Reaktoren 5 und 6 vermeldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo erste Erfolge: Mittels Notstromaggregaten konnte die Wassertemperatur der Brennelementebecken stabilisiert werden.

Gleichzeitig versuchten Techniker, die Kühlsysteme bei den ersten vier Reaktoren durch eigens verlegte Stromkabel wieder in Gang zu bringen. Ob aber die Pumpen und Leitungen nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami überhaupt noch funktionieren, ist völlig unklar. Im Verlauf des heutigen Tages soll es laut Betreiberfirma Tepco einen ersten Testlauf geben.

Kontaminierte Lebensmittel

Obwohl es am Samstag von einigen Seiten hieß, dass im Moment keine radioaktive Strahlung aus den Reaktoren austritt, soll der Boden im Umkreis von 30 Kilometern bereits kontaminiert sein. So wurde auch in Lebensmitteln, die aus der Nähe von Fukushima stammen, ein erhöhter Strahlenwert gemessen. Neben Milchprodukten soll vor allem Spinat aus der Region betroffen sein. Das japanische Gesundheitsministerium hat deswegen einen Verkaufsstopp für sämtliche Lebensmittel aus der Präfektur Fukushima angeordnet. In der Hauptstadt Tokio wurde zudem ein erhöhter radioaktiver Wert im Leitungswasser gemessen (siehe Lexikon). Die japanische Erde zeigte sich auch am Samstag alles andere als ruhig. Ein Nachbeben im Nordosten, 100 Kilometer südlich von Fukushima, erschütterte das Land. Das Meteorologische Institut in Tokio sprach von insgesamt 262 Nachbeben, allesamt mit der Stärke 5 oder darüber, die seit dem großen Beben am 11. März in Japan registriert wurden. Zudem dreht heute auch der Wind - in Richtung Landesinneres.

Die Suche nach den Opfern der Naturkatastrophe ging indes weiter. Nach Angaben der Polizei wurden mittlerweile 7320 Todesopfer gezählt. Täglich werden Hunderte Leichen unter den Trümmern zerstörter Siedlungen gefunden. 10.902 Menschen galten am Samstag noch als vermisst.

THEMA-TEAM: BERND MELICHAR, ROBERT BREITLER, MARKUS ZOTTLER

Kommentar

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Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Atomkraftwerke rund um Österreich

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