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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2011 um 19:10 UhrKommentare

IAEO: Lage in Fukushima entwickelt sich "in richtige Richtung"

Laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEO) entwickeln sich die Dinge in Fukushima aber in die richtige Richtung. Bestrebungen, die Versorgung mit Elektrizität wieder herzustellen, seien im Gange und in einigen Blöcken teilweise gelungen.

Foto © Reuters

"Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung", beschrieb IAEO-Vorstandsmitglied Graham Andrews am Samstagabend in einer Pressekonferenz in der Wiener UNO-City die aktuelle Lage im japanischen AKW Fukushima. Bestrebungen, die Versorgung mit Elektrizität wieder herzustellen, seien im Gange und in einigen Blöcken teilweise gelungen. Man wisse allerdings nicht, wie viele Wasserpumpen funktionieren. Am Wichtigsten sei es jedenfalls, die erhitzten Reaktoren zu kühlen, weshalb die IAEO den Einsatz von Hubschraubern und Spezialfahrzeugen der Feuerwehr bei diesen Bemühungen begrüßte.

Während sich in den Blöcken 1 bis 4 die Situation seit Freitag kaum verändert, jedenfalls nicht verschlimmert hat, ist die Temperatur in den Blöcken 5 und 6 in den vergangenen Tagen um rund vier Grad Celsius angestiegen. Ein durchschnittlicher Anstieg von einem bis 1,5 Grad Celsius pro Tag sei aber noch nicht dramatisch, meinten die Spitzenfunktionäre der IAEO. Vorstandsmitglied Andrews beschrieb die Lage als "leicht beunruhigend", doch sei in beiden Blöcken die aktuelle Temperatur noch weit vom Siedepunkt entfernt.

Außerdem würden Satellitenbilder belegen, dass die Blöcke 5 und 6 keine von außen sichtbaren gröberen Schäden aufweisen. Aus dem Block 2 trete inzwischen auch kein Rauch mehr aus, was Andrews ein "gutes Zeichen" nannte.

Kein massiver Austritt an Radioaktivität

Derzeit sei das havarierte AKW nicht mit der Katastrophe von Tschernobyl vergleichbar, betonten die IAEO-Experten: "Was wir heute sehen, ist kein massiver Austritt an Radioaktivität und keine Verbreitung rund um den Erdball." Für eine Entwarnung sei es dennoch viel zu früh, es könne immer noch etwas Unvorhergesehenes passieren.

Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Anschluss der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen - 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen - 2,9 Millisievert pro Stunde.

Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber "zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können".

Wie man auf den Umstand reagieren soll, dass sich in der Präfektur Fukushima in Spinat- und Milchproben radioaktive Belastung nachweisen hat lassen - die Strahlenwerte lagen über dem erlaubten Höchstwert -, ist für die IAEO primär eine nationale Angelegenheit. Man stehe der japanischen Regierung ebenso beratend zur Seite wie die FAO und die WHO, bemerkte Andrews abschließend.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

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