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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2011 um 20:48 UhrKommentare

Atombehörde: Entwicklung "in richtige Richtung"

Die Atombehörde IAEA macht Hoffnung, dass in Fukushima das Schlimmste noch abzuwenden ist. Bei den Rettungsarbeiten sind allerdings mehrere Beschäftigte verstrahlt worden - und in Tokio wurden radioaktive Partikel im Leitungswasser entdeckt. Die aktuellen Entwicklungen in Japan live im Ticker.

Foto © Reuters

20:50 Uhr: Reaktor 2 soll am Sonntag mit Strom versorgt werden

Im japanischen Krisen-Atomkraftwerk Fukushima Eins soll am Sonntag einer der schwer beschädigten Reaktoren wieder mit Strom versorgt werden. Kraftwerksbetreiber Tepco will zunächst versuchen, Reaktor 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete.

Zuvor hatten Techniker Stromkabel zu den Meilern 1 und 2 gelegt. Mit dem Strom soll das Kühlsystem des Reaktors wieder in Gang gesetzt werden, das normalerweise eine Überhitzung der Kernbrennstäbe verhindert. Ob die Pumpen und Leitungen nach den gewaltigen Explosionen an mehreren Stellen im AKW noch funktionieren, ist allerdings völlig unklar.

20:05 Uhr: Putin besuchte demonstrativ Nachbarinsel von Japan

Bei einem demonstrativen Besuch auf der russischen Insel Sachalin nördlich von Japan hat Regierungschef Wladimir Putin versucht, seinen Landsleuten Sorgen vor einer radioaktiven Gefahr zu nehmen. Die Katastrophe in dem etwa 1.500 Kilometer entfernten japanischen Atomkraftwerk Fukushima sei keine Bedrohung für Russland, sagte der Ex-Kremlchef am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Medien hatten zuletzt über Panikkäufe sowie über eine zunehmende Flucht der Bevölkerung ins Landesinnere berichtet. Nach Angaben der Behörden gibt es in der Region Russlands aber keine erhöhte Radioaktivität. "Ich bin hier, um das persönlich zu prüfen", sagte Putin.

19:35 Uhr: Mittlerweile 7.320 Tote in Japan

Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan hat sich die Zahl der Toten weiter erhöht. Nach Polizeiangaben wurden nach der Katastrophe inzwischen 7.320 Leichen geborgen. 11.370 Menschen würden noch vermisst, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete.

18:55 Uhr: Lage in Fukushima entwickelt sich "in richtige Richtung"

"Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung", beschrieb IAEO-Vorstandsmitglied Graham Andrews am Samstagabend in einer Pressekonferenz in der Wiener UNO-City die aktuelle Lage im japanischen AKW Fukushima. Bestrebungen, die Versorgung mit Elektrizität wieder herzustellen, seien im Gange und in einigen Blöcken teilweise gelungen. Man wisse allerdings nicht, wie viele Wasserpumpen funktionieren. Am Wichtigsten sei es jedenfalls, die erhitzten Reaktoren zu kühlen, weshalb die IAEO den Einsatz von Hubschraubern und Spezialfahrzeugen der Feuerwehr bei diesen Bemühungen begrüßte.

Während sich in den Blöcken 1 bis 4 die Situation seit Freitag kaum verändert, jedenfalls nicht verschlimmert hat, ist die Temperatur in den Blöcken 5 und 6 in den vergangenen Tagen um rund vier Grad Celsius angestiegen. Ein durchschnittlicher Anstieg von einem bis 1,5 Grad Celsius pro Tag sei aber noch nicht dramatisch, meinten die Spitzenfunktionäre der IAEO. Vorstandsmitglied Andrews beschrieb die Lage als "leicht beunruhigend", doch sei in beiden Blöcken die aktuelle Temperatur noch weit vom Siedepunkt entfernt. Außerdem würden Satellitenbilder belegen, dass die Blöcke 5 und 6 keine von außen sichtbaren gröberen Schäden aufweisen. Aus dem Block 2 trete inzwischen auch kein Rauch mehr aus, was Andrews ein "gutes Zeichen" nannte

>>> IAEO: Lage in Fukushima entwickelt sich "in richtige Richtung"

18:30 Uhr: Warnung vor radioaktivem Regen

Angesichts erwarteter Regenfälle mit einer möglichen Belastung durch radioaktive Partikel hat die japanische Atomenergiekommission die Bevölkerung der Krisenregion aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Das teilte das Büro des Ministerpräsidenten am Samstag mit. Im Nordosten des Landes werden für Sonntag und Montag Niederschläge erwartet. Nach Angaben der Behörde besteht keine Gesundheitsgefahr, selbst wenn Menschen dem Regen ausgesetzt seien. Dennoch wurde die Bevölkerung aufgerufen, nur in Notfällen bei Regen das Haus zu verlassen und Haare und Haut zu bedecken.

18:15 Uhr: Mehrere Arbeiter werden verstrahlt

Bei den verzweifelten Rettungsarbeiten am schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben sechs Arbeiter zu viel radioaktive Strahlung abbekommen. Bei den Männern wurden mehr als 250 Millisievert gemessen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag mit Verweis auf den Kraftwerksbetreiber Tepco mitteilte. Welche Aufgaben die Arbeiter hatten, teilte Tepco nicht mit. Wegen der Katastrophe hatte das japanische Gesundheitsministerium den Grenzwert für Arbeiter an dem zerstörten Kraftwerk von 100 auf 250 Millisievert hochgesetzt. In Deutschland etwa gilt für Menschen, die beruflich etwa in einem Atomkraftwerk Strahlung ausgesetzt sind, ein Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr.

17:50 Uhr: Löcher in die Reaktorblöcke 5 und 6 geschnitten

Der IAEA zufolge haben die japanischen Behörden Löcher in die Reaktorblöcke 5 und 6 geschnitten, um eine Wasserstoff-Explosion zu verhindern. Es ist demnach unklar, ob die Wasserpumpen im Kernkraftwerk funktionieren werden, wenn erstmal der Strom wieder angeschlossen ist.

17:10 Uhr: "Die Erde schüttelt es täglich erneut"

"Reis, Wasser und Toilettenpapier sind in den Supermärkten nicht vorhanden. Wann die nächste große Lieferung kommt, weiß man nicht." Diese Situation in Yokohama schilderte Patrick Hiehs, ein in Japan lebender Österreicher , am Samstag der APA. Milch gibt es teilweise wieder, aber die Anzahl der Packungen sei streng limitiert. Die Japaner selbst seien sehr hilfsbereit. "Man macht, was man kann, um den Betroffenen zu helfen". In den Bahnhöfen seien viele Rolltreppen außer Betrieb, die Beleuchtung oft abgedreht, um Strom zu sparen. "Heute, Samstag, gab es deswegen auch keinen geplanten Stromausfall. Wenn alle am selben Strang ziehen und Strom sparen, hat man anscheinend auch genügend davon", sagte der gebürtige Wiener.

"Die Erde schüttelt es täglich erneut, wieder und wieder. Nach über einer Woche nach dem Hauptbeben ist das ziemlich ungewöhnlich." Das würde den Experten zustimmen, die an ein erneutes großes Beben glauben, meinte Hiehs. Die Japaner würden mit der Situation in ihrem Land aber ganz gut umgehen. "Es wird gespendet, Leute werden aufgenommen, man macht, was man kann, um den Betroffenen zu helfen", sagte der Auslands-Österreicher.

16:20 Uhr: Ab Sonntag ungünstiges Wetter

Die mit Radioaktivität belasteten Luftmassen sind am Samstag von einer sehr kräftigen Westströmung von der Ostküste Japans auf der Meer hinaus transportiert worden. Das geht aus den Rechnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien hervor. Morgen, Sonntag, breiten sie sich allerdings in das Landesinnere aus und erreichen bis Montag küstennahe Teile sowohl nördlich als auch südlich der Emissionszone.

In der Krisenregion herrschte unterdessen niederschlagsfreies Wetter mit westlichen Winden bis zu 20 km/h in freien Lagen und Temperaturen um zwölf Grad. Am Montag zieht laut ZAMG eine stärkere Störung durch - mit allgemeiner Abkühlung und Schneefall in mittelhohen Lagen oberhalb von 600 Metern. Am Dienstag erreicht der Schneefall auch tiefere Lagen.

15.52 Uhr: Der aktuelle Stand bei den Reaktoren

Reis und andere Lebensmittel werden von westlichen Gebieten in den Osten Japans geschickt. Das Problem dabei sei aber, dass diese Lebensmittel nicht ankommen, weil die Straßen durch Schutt und Trümmer blockiert sind, so Betroffene.

Reaktor 1: Die Stromkabel sind jetzt bis zum Reaktor verlegt. Damit sollen die Wasserpumpen wieder angeworfen werden, die für Kühlung sorgen. Ob die Geräte noch funktionieren, ist aber unklar. In dem Gebäude gab es nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März einen Ausfall der Kühlsysteme, Wasserstoffexplosionen und Brände. 70 Prozent der Brennstäbe sollen beschädigt sein.

Reaktor 2: Die Stromkabel sind auch hier verlegt, um die Kühlung wieder in Gang zu setzen. Ob die Wasserpumpen funktionieren, ist genauso unklar wie in Block 1. In Reaktor 2 gab es zuvor schwere Explosionen und Brände. Die innere Hülle des Reaktors ist beschädigt und Radioaktivität ausgetreten.

Reaktor 3: Mit Hilfe von Wasserwerfern sind zur Kühlung mehr als 1.000 Tonnen Meerwasser auf den Reaktor gespritzt worden. Mit Erfolg, sagt die Regierung. Die Brennelemente dieses Reaktors enthalten auch hochgefährliches Plutonium. Experten schätzen die Lage deshalb als besonders dramatisch ein. Das Kühlsystem ist auch hier ausgefallen, die innere Reaktorhülle soll nach Regierungsangaben aber noch intakt sein.

Reaktor 4: Auch dieser Reaktor soll nach den gemeldeten Erfolgen bei Block 3 von außen mit Wasser gekühlt werden. Durch Explosionen klaffen Löcher in der Außenwand des Gebäudes, das Dach ist zerstört. Radioaktivität ist ausgetreten. Obwohl der Reaktor wegen Wartungsarbeiten schon vor dem Erdbeben abgeschaltet war, sehen Experten ihn nach Block 3 als zweite große Gefahrenquelle an. Denn dort sind zahlreiche Brennelemente in einem Kühlbecken mit wenig Wasser von Überhitzung bedroht.

Reaktoren 5 und 6: Bisher die wenigsten Probleme. In die Dächer beider Reaktoren-Gebäude wurden Löcher gebohrt. Dadurch soll Wasserstoff entweichen, um Explosionen vorzubeugen. Auch diese Blöcke waren vor dem Beben schon abgeschaltet. Ihre Brennelemente-Lagerbecken sind aber noch gefüllt. Die Kühlbecken werden mit Notstrom aus Dieselgeneratoren des Reaktors 6 gekühlt. Experten sehen die Lage hier etwas entspannter.

15.12 Uhr: Volk will sich selbst helfen

Reis und andere Lebensmittel werden von westlichen Gebieten in den Osten Japans geschickt. Das Problem dabei sei aber, dass diese Lebensmittel nicht ankommen, weil die Straßen durch Schutt und Trümmer blockiert sind, so Betroffene.

13.43 Uhr: Regierung stoppt Verkauf von Lebensmitteln

Das japanische Gesundheitsministerium hat einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima angeordnet. Dies teilte die internationale Atomenergiebehörde IAEA am Samstag mit. Zuvor war bei Milch und Spinat aus der Nähe des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima erhöhte Strahlenwerte gemessen wurden.

Die Werte für radioaktives Jod überschritten laut japanischer Regierung die zulässigen Höchstgrenzen. Auch in der südlicheren Präfektur Ibaraki sei belasteter Spinat entdeckt worden.

12.52 Uhr: Spuren von radioaktivem Jod in Tokios Trinkwasser

Gut eine Woche nach dem Atomunfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 haben die Behörden im Leitungswasser der Hauptstadt Tokio erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Es handle sich um Spuren von radioaktivem Jod, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Vertreter des Wissenschaftsministeriums am Samstag.

Ungewöhnlich hohe Werte von radioaktivem Jod seien zudem im Trinkwasser der zentraljapanischen Präfekturen Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata festgestellt worden. Allerdings lägen die Werte in allen Fällen deutlich unter dem zulässigen Grenzwert, sagte der Ministeriumsvertreter, der nicht genannt werden wollte.

Der Kontakt mit radiaktivem Jod kann zu einem erhöhten Krebsrisiko führen. Der Stoff lagert sich insbesondere in der Schilddrüse ein. Die japanischen Behörden hatte zuvor mitgeteilt, dass sie über den Grenzwerten liegende Strahlungswerte in Milch und Spinat gemessen haben, der aus Gebieten um das Unglückskraftwerk Fukushima 1 stammt. Demnach stellt dies aber keine unmittelbare Gefahr für den Menschen dar.

11.26 Uhr: Neues Nachbeben in der Nähe von Fukushima

Ein erneutes Nachbeben hat am Samstagabend (Ortszeit) die Erdbebenregion im Nordosten Japans erschüttert. Wie der Amerikanische Erdbebendienst USGS meldete, hatte das Beben eine Stärke von 5,9. Japanische Medien meldeten eine Stärke von 6,1. Das Epizentrum im Meer nahe der Ostküste Japans lag etwa 142 Kilometer nordöstlich von Tokio und 98 Kilometer südlich der Päfektur Fukushima. Über weitere Schäden gab es zunächst keine Meldungen.

10.09 Uhr: Immer weniger Österreicher im Großraum Tokio

Die Zahl der Österreicher im Großraum Tokio bzw. in den nordöstlichen Erdbebengebieten Japans nimmt zusehends ab. Wie das Außenministerium schätzte, halten sich derzeit noch etwa 20 bis 30 "ausreisewillige" Staatsbürger im Großraum Tokio auf. Mehrheitlich sind sie schon mit Flugtickets ausgestattet, um für den Fall des Falles abreisen zu können, sagte Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal der APA am Samstag.

Bei den in Japan Verbliebenen handle es sich um Personen, deren Lebensmittelpunkt in dem Land sei und die entsprechend den Zeitpunkt ihrer möglichen Abreise möglichst weit nach hinten schieben. Man habe jedoch vonseiten der Botschaft zahlreiche Vorkehrungen getroffen, etwa durch die Ausstellung von Reisedokumenten, so diese fehlten, und der Abgabe von Kaliumjodid-Tabletten, sagte Launsky.

Vor einer Woche hatten sich rund 500 Österreicher in Japan aufgehalten, im Großraum Tokio und im Nordosten waren es 300. Vergangenes Wochenende waren noch rund 150 Österreicher in dem Ballungsraum, so die Zahlen des Außenministeriums.

09.05 Uhr: Regierungssprecher: "Lage hat sich stabilisiert"

Am Reaktor 3 des stark beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Eins ist nach Angaben der japanischen Regierung eine Verbesserung zu beobachten. "Wir glauben derzeit, dass sich die Situation stabilisiert hat", sagte Regierungssprechers Yukio Edano. Die Kühlaktionen von außen hätten eine Wirkung gehabt. Es sei mehr Wasser in Reaktor 3 festgestellt worden.

Seit Samstagmittag sind Armee und Feuerwehr dabei, tonnenweise Meerwasser auf Reaktor 3 zu versprühen. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, soll die Aktion noch mehrere Stunden weitergehen. Am Ende würden dann 1.260 Tonnen Wasser auf Reaktor 3 entladen sein. Das helfe, die Temperatur zu senken und zu verhindern, dass radioaktive Strahlung nach draußen gelange. Auch Reaktor 4 solle in Kürze von außen mit Wasser gekühlt werden, sagte Edano.

08.43 Uhr: Deutscher Wirtschaftsweiser warnt vor Strompreisanstieg

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, sieht auf die Verbraucher in Deutschland deutlich höhere Strompreise zukommen. "Die Verbraucher müssen sich auf spürbar höhere Strompreise in der Zukunft einstellen", sagte Franz der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstag-Ausgabe). Die Terminkurse an der Leipziger Strombörse seien bereits deutlich gestiegen, sagte der Vorsitzende des Wirtschafts-Sachverständigenrats der deutschen Regierung.

Die Börse reagiere schon auf die atompolitische Kehrtwende der Regierung in dieser Woche. Franz empfahl der Regierung jedoch, ihre Linie konsequent weiter zu verfolgen. "Die Bundesregierung sollte ihr Energiekonzept, das bekanntlich den Übergang zu den erneuerbaren Energien bereits vorsieht, gegebenenfalls modifizieren und dann konsequent umsetzen", sagte der Mannheimer Top-Ökonom.

07.58 Uhr: Japanische Royals lassen britische Prinzenhochzeit aus

Die japanischen Royals werden auf der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton fehlen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete, haben Kronprinz Naruhito und Kronprinzessin Masako ihre geplante Anreise zu der Trauung am 29. April abgesagt. Die Gründe sind das Erdbeben und der Tsunami, die den Nordosten Japans verwüstet hätten, berichtete Kyodo.

07.47 Uhr: Reaktoren weitere sieben Stunden mit Wasser besprüht

Die Reaktoren im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Eins sollen weitere sieben Stunden von außen mit Wasser gekühlt werden. Am Ende würden dann mehr als Tausend Tonnen Wasser versprüht sein, berichtete der Sender NHK am Samstag.

Das helfe, die Temperatur und die radioaktive Strahlung zu senken. Es sei aber nur eine vorübergehende Lösung. Techniker arbeiten weiter daran, die Stromversorgung des Kraftwerks wieder herzustellen.

07.41 Uhr: Leichenberge überfordern Gemeinden

Die Gemeinden in den japanischen Unglücksgebieten haben nach dem Erdbeben und Tsunami ein riesiges Problem mit den vielen Toten. Einem Bericht der Zeitung Yomiuri zufolge sind die Krematorien schlicht überfordert. In den betroffenen Präfekturen werde nun sogar überlegt, die Toten zu beerdigen, was in Japan sonst nicht üblich ist. Die Regel sind Feuerbestattungen. Beerdigungen ohne vorherige Einäscherung machten nur 0,04 Prozent aus, hieß es.

07.28 Uhr: Stark verstrahlter Spinat in Fukushima

In Japan tauchten erste verstrahlte Lebensmittel auf. Spinat aus der Umgebung des defekten Atomkraftwerks Fukushima Eins in Japan hat demnach radioaktive Spuren aufgewiesen. In den Pflanzen seien hohe Strahlenwerte festgestellt worden, erklärte ein Regierungsbeamter nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo vom Samstag. Drei Viertel der untersuchten Agrarprodukte seien verseucht. Ein Gesundheitsproblem für die Bevölkerung bestehe deshalb aber nicht, hieß es.

Neben Spinat ist auch Milch aus der vom Atomunfall betroffenen japanischen Provinz Fukushima verstrahlt. Das teilte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag in Tokio mit. Die Strahlenwerte überschritten die zulässigen Höchstgrenzen. Eine akute Gesundheitsgefährdung sei aber derzeit nicht zu erwarten. Wer ein Jahr lang von der belasteten Milch trinken und den ebenfalls verstrahlten Spinat essen würde, erleide eine Strahlendosis von der Stärke einer Computertomographie, erläuterte Edano. Auch in der Provinz Ibaraki, südlich von Fukushima, sei belasteter Spinat entdeckt worden.

06.48 Uhr: Neuer Kühleinsatz an Reaktor 3 begonnen

An Block 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eins hat Samstagmittag (Ortszeit) ein neuer Kühlversuch begonnen. Feuerwehrleute richteten die Wasserkanonen ihrer Spezialfahrzeuge auf den zerstörten Reaktor, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Bereits am frühen Samstagmorgen hatten die Einsatzkräfte 25 Minuten lang 90 Tonnen Wasser auf die Anlage regnen lassen.

Anders als in den Nachbarreaktoren lagert im Innern der Ruine von Block 3 auch das hochgefährliche Plutonium. Es wird befürchtet, dass der Wasserstand in dem Becken für Brennstäbe bedrohlich niedrig ist.

05.41 Uhr: Neue Feuerwehrleute eilen zur Ablöse

Eine zweite Gruppe Feuerwehrleute ist auf dem Weg zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima, um ihre Kollegen bei dem gefährlichen Kühleinsatz an den Reaktoren abzulösen. Das meldete der Fernsehsender NHK am Samstag. Das zweite Kontingent stamme ebenfalls aus Tokio und umfasse 100 Mann. Die erste Gruppe besteht aus 139 Kollegen. Sie ist am Donnerstag vor dem AKW in Stellung gegangen.

Der Wechsel geschehe, um die ersten Feuerwehrleute nicht noch stärker der radioaktiven Strahlung auszusetzen, zitierte NHK die Behörden. Die Gruppe Nummer eins hatte mit einem Spezialfahrzeug aus 22 Metern Höhe Tonnen von Wasser auf Reaktor 3 gesprüht, um für die dringend benötigte Kühlung der überhitzten Anlage zu sorgen.

05.09 Uhr: Block 5: Temperatur in Abklingbecken sinkt

Zumindest von einem der Reaktoren im havarierten Atomkraftwerk Fukushima eins gibt es gute Nachrichten: In Block 5 sinkt die Temperatur im Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco meldete. Jedoch haben Reaktor 5 und 6 bisher auch die wenigsten Sorgen bereitet: Sie werden laut Internationaler Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) mit dem Notstromdiesel des Blocks 6 gekühlt. Bei beiden Anlagen gebe es "keine unmittelbaren Bedenken".

Die IAEO hatte für beide Abklingbecken mit Stand vom Donnerstag eine Temperatur von gut 60 Grad Celsius angegeben. Normal sind Werte unter 25 Grad. Zum Vergleich: Das Becken in Reaktor 4 erreichte bereits am Sonntag 84 Grad, bevor die Messgeräte ausfielen. Wie sehr die Temperatur in Block 5 nun sank, meldete Kyodo nicht.

04.57 Uhr: Löcher in Reaktoren 5 und 6 gebohrt

Um mögliche Wasserstoffexplosionen an den Reaktoren 5 und 6 des japanischen Atomkraftwerks Fukushima zu verhindern, hat die Betreiberfirma Löcher in die Dächer der Reaktorgebäude bohren lassen. Ingenieure hätten jeweils drei Löcher von drei bis 7,5 Zentimetern in die Dächer gebohrt, teilte ein Sprecher der Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) am Samstag mit.

An den Reaktoren 1, 2 und 3 hatten Wasserstoffexplosionen zum Teil erhebliche Schäden verursacht. In den Reaktoren 5 und 6 funktionierten die Kühlsysteme mit Hilfe eines Dieselgenerators auch nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März. Obwohl sie zum Zeitpunkt des Erdbebens abgestellt waren, wurde aber ein Druckanstieg im Inneren der Reaktoren registriert.

04.35 Uhr: Angaben korrigiert - Geretteter nicht acht Tage verschüttet

Der aus den Trümmern seines Hauses in Japan geborgene Mann war doch nicht acht Tage lang verschüttet. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji am Samstag. Sie korrigierten damit erste eigene Angaben.

Der Mann war Kyodo zufolge von einem Notaufnahmelager Freitagmittag nach Hause zurückgekehrt, um dort aufzuräumen. Dort fanden die Retter ihn dann am Samstag. Er habe nicht sprechen können, hieß es zunächst.

04.16 Uhr: Stromversorgung in vier Reaktoren soll bald anlaufen

In dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima eins soll an diesem Wochenende die Stromversorgung an allen sechs Reaktoren wieder in Gang gesetzt werden. An den Reaktoren 1, 2, 5 und 6 solle die Stromversorgung am Samstag wieder hergestellt werden, am Sonntag sollten die Reaktoren 3 und 4 wieder ans Stromnetz angeschlossen werden, teilte ein Vertreter der Behörde für Atomsicherheit vor Journalisten mit.

Die Betreibergesellschaft Tepco teilte mit, die Stromversorgung im Eingangsbereich des Atomkraftwerks sei wiederhergestellt worden. Dies sei ein wichtiger Schritt bei dem Versuch, die Kühlsysteme der Reaktoren bald möglichst bald wieder in Gang zu bringen.

03.27 Uhr: Bau von Baracken beginnt mit Problemen

In Japan hat der Bau von Baracken für die Überlebenden von Erdbeben und Tsunami begonnen. Gut eine Woche nach der Naturkatastrophe begann am Samstag die Errichtung von 200 Behelfswohnungen in der besonders zerstörten Küstenstadt Rikuzentakata, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Die 30 Quadratmeter großen Fertighäuser sollen auf einem Schulgelände aufgestellt werden. Sie seien als Unterkunft für jeweils zwei bis drei Überlebenden vorgesehen, hieß es.

In der Stadt Kamaishi, die wie Rikuzentakata in der Präfektur Iwate liegt, wurde der Bau von Behelfswohnungen unterdessen verschoben. Wegen des Treibstoffmangels in der Region habe das Baumaterial nicht geliefert werden können, berichtete Kyodo unter Berufung auf die lokalen Behörden.

02.27 Uhr: Tepco hebt Strahlungs-Obergrenze erneut an

Die Arbeiter am havarierten Atomkraftwerk Fukushima eins bekommen bei ihrem Einsatz immer mehr radioaktive Strahlung ab. Der AKW-Betreiber Tepco erhöhte die Obergrenze erneut auf nun 150 Millisievert pro Noteinsatz, wie der TV-Sender NHK berichtete. Vorher waren 100 Millisievert pro Schicht das Limit gewesen - die Arbeiter überschritten diesen Wert aber regelmäßig. Die neue Vorgabe von 150 Millisievert gelte "für einige Arbeiter im Außeneinsatz, weil die aktuellen Probleme beispiellos sind und sofortige Maßnahmen erfordern", zitierte NHK die Begründung des Energieversorgers Tepco.

Dem Sender NHK zufolge kündigte Tepco an, keinen Arbeiter erneut in den Einsatz zu schicken, falls er zuvor mehr als 100 Millisievert ausgesetzt worden war. Die 50 Arbeiter, die bisher in dem AKW verblieben waren, hatten Verstärkung bekommen: Am Freitag waren dort etwa 120 Männer eingesetzt. Wie viele Arbeiter direkt an den Reaktoren welche Arbeiten verrichten, ist unbekannt. Derzeit läuft an den Blöcken 1 und 2 das Installieren einer Stromleitung.

02.06 Uhr: Tepco macht Tempo für Kühlung in Fukushima

Die Arbeiten am stark beschädigten Atomkraftwerk Fukushima eins gehen mit Hochdruck weiter. Die Bemühungen, die Kühlung wiederherzustellen, seien am Samstag beschleunigt worden, berichtete der Betreiber Tepco nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

Es werde erwartet, dass Reaktor 2 im Laufe des Tages an die Stromversorgung angeschlossen werden könne. Es brauche allerdings danach noch etwas Zeit, um die Geräte zur Kühlung des Reaktors wieder hochzufahren, da die Apparate zunächst getestet werden müssen, teilte Tepco mit.

Am frühen Samstag hatten Feuerwehrleute und Militär damit begonnen, Wasser auf den Block 3 zu sprühen. 90 Tonnen seien bereits versprüht worden, berichtete Kyodo.

01.34 Uhr: Japanisches Fernsehen zeigt weiterhin rauchenden Reaktor 3

Auch Stunden nach dem Wasserwerfereinsatz am Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerkes Fukushima steigt dort noch immer Rauch auf. Der japanische Fernsehsender NHK zeigte Luftaufnahmen von Samstag früh (Ortszeit), auf denen weißer Rauch oder Wasserdampf zu sehen war. Die helle, viele Meter hohe Fahne waberte kontinuierlich nach oben.

Samstag früh (0.45 Uhr Ortszeit) hatte das Militär erneut begonnen, mit Feuerwehrwagen Tonnen von Wasser auf den Block 3 zu sprühen. Anders als in den Nachbarreaktoren lagert im Innern der strahlenden Ruine des Blocks 3 auch das hochgefährliche Plutonium. Es wird befürchtet, dass der Wasserstand in dem Brennstabsbecken bedrohlich niedrig ist.

00.23 Uhr: Minimale Radioaktivität aus Japan in Kalifornien

In Kalifornien ist nach Angaben der US-Umweltbehörde Epa eine minimale, offenbar aus Japan stammende radioaktive Strahlung gemessen worden. Es handle sich um Spuren eines Isotops, welches dem entspreche, das aus dem Atomkraftwerk Fukushima in Nordjapan ausgetreten sei. Die Stärke der Strahlung stelle aber absolut kein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar, hieß es in einer Epa-Mitteilung von Freitag.

Es handle sich um eine winzige Dosis, die gerade einmal einem Millionstel dessen entspreche, dem der Mensch durch natürliche Einflüsse ohnehin ausgesetzt sei. Ein gleichhoher Wert sei bereits einen Tag zuvor im nördlich an der US-Westküste gelegenen Staat Washington gefunden worden sei. Auch nach der Katastrophe in Tschernobyl in der Ukraine 1986 seien in den USA winzige Spuren radioaktiver Partikel aus dem Atomkraftwerk gefunden worden.

00.10 Uhr: Nachbeben so häufig wie noch nie

Eine Rekordzahl von Nachbeben hat Japan seit dem Jahrhundert-Erdbeben mit der Stärke 9,0 vom vergangenen Freitag erschüttert. 262 Mal habe die Erde in der Woche danach mit der Stärke 5 oder höher gebebt, teilte das Meteorologische Institut in Japan am Freitag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit.

Die Häufigkeit der Nachbeben dieser Stärke sei die größte gewesen, die jemals aufgezeichnet worden sei. Sie sei um das Zweieinhalbfache höher gelegen als nach dem Beben der Stärke 8,2 im Osten der Insel Hokkaido 1994. Mittlerweile sei die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Nachbeben gesunken, hieß es. Dennoch warnte der Chef des Erdbebenvorhersagezentrums des Instituts, Takashi Yokota: "Wir müssen wachsam bleiben, denn ein Erdbeben in einem Meeresgebiet kann noch zehn bis 20 Tage später starke Nachbeben auslösen."

00.02 Uhr: Japanische Polizei spricht von knapp 7.000 Toten

Mit jedem weiteren Tag werden in Japan Hunderte neue Todesopfer gemeldet. Die Polizei nannte Samstag früh (Ortszeit) 6.911 offiziell registrierte Tote, wie der Fernsehsender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo berichteten. Damit habe das Erdbeben der Stärke 9 und der folgende Tsunami mehr Menschen das Leben gekostet, als das verheerende Erdbeben, das am 17. Jänner 1995 die japanische Hafenstadt Kobe verwüstete. Damals starben mehr als 6.400 Menschen.

Außerdem werden NHK zufolge auch gut eine Woche nach der Naturkatastrophe noch immer 10.316 Menschen vermisst. Japan erlebt mit den tausenden Opfern die größte nationale Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Damals, 1945, trafen zwei Atombomben der USA das Land.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima. Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen.

 

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Erdbeben in Japan: "Kann das nicht vergessen"

Naoki Tajima hat das Erdbeben vom 11. März 2011 in Tokyo erlebt. Im Nove...Noch nicht bewertet

 


Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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