Tag 8: Die aktuellen Entwicklungen in Japan
In Japan kämpfen die Menschen nach Erdbeben, Tsunami und angesichts des drohenden Super-Gaus gegen die Zeit. Verfolgen Sie die Ereignisse im Live-Ticker!

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21.28 Uhr: Druck im Reaktor 3 etwas niedriger, in 1 und 2 leicht steigend
Nach dem massiven Wasserwerfereinsatz im Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima ist der Druck in der Reaktorkammer etwas gesunken. In den beiden anderen Blöcken aber, die nach dem Erdbeben vor einer Woche automatisch abgeschaltet wurden, zeigen eine leicht steigende Tendenz. An Stelle der Notkühlung von Block 3 mit Wasserwerfern will die Betreibergesellschaft Tepco am Samstag versuchen, die reguläre Kühlung für die Reaktorblöcke 1 und 2 wieder in Gang zu setzen.
21.08 Uhr: Deutsche Wissenschaftler rechnen mit Folgebeben
"Man muss davon ausgehen, dass dieses Erdbeben andere große Erdbeben nach sich ziehen wird", sagte der Geophysiker Hans-Peter Bunge von der Ludwig-Maximilians-Universität München am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Der Spannungszustand des gesamten Erdkörpers habe sich verändert. Andere Erdplatten müssten nun zwangsläufig reagieren. Die Wellenbewegungen des Bebens von Japan hatten sich über die ganze Erde ausgebreitet.
19.09 Uhr: Sarkophag als letzte Rettung
Ein Sarkophag um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima könnte Japan als letzte Möglichkeit vor einer massiven Strahlenverseuchung bewahren. Die Ankündigung des Unternehmens, das gesamte Kraftwerk möglicherweise unter einem Sarg aus Sand und Beton zu begraben, könnte ein Hinweis darauf sein, dass Tepco ein Scheitern aller Rettungsversuche in Betracht zieht. Unterdessen arbeiteten rund 300 Techniker in Schutzanzügen weiter mit Hochdruck daran, eine Starkstromleitung zu zwei der sechs Reaktoren zu verlegen. Mit der neuen Energieversorgung könnten die Wasserpumpen zur Kühlung der überhitzten Brennstäbe vielleicht wieder gestartet werden.
18.17 Uhr: Feuerwehr spritzt Wasser auf Reaktor
Die Tokioter Feuerwehr hat am Freitag erneut damit begonnen, Wasser auf Reaktorblock 3 des Atomkraftwerks Fukushima zu spritzen. Damit soll die Reaktorhülle gekühlt werden, um eine drohende Kernschmelze zu verhindern. Die Aktion begann gegen 00.45 Uhr Ortszeit (16.45 MEZ), wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Am Vortag war zeitweise versucht worden, die Reaktoren mit Wasser aus Hubschraubern zu kühlen.
18.02 Uhr: Medwedew: Japaner könnten nach Sibirien ziehen
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat den vom Erdbeben betroffenen Japanern vorgeschlagen, nach Sibirien umzusiedeln. Russland habe Japan auch Plätze für Verletzte in seinen Kliniken angeboten, sagte Medwedew. Auch japanische Kinder könnten zur Behandlung aufgenommen werden. "Wir sollten gegebenenfalls darüber nachdenken, einen Teil des Arbeitspotenzials unseres Nachbarn zu nutzen - vor allem in den dünn besiedelten Gebieten Sibiriens.", so der Kremlchef.
17.39 Uhr: Situation im AKW Fukushima weiterhin sehr ernst
Der Zustand des Patienten Fukushima ist sehr ernst, aber stabil. So könnte man die Statements der IAEO-Spitzenfunktionäre zusammenfassen, die bei der Pressekonferenz am Freitag in der Wiener UNO-City abgegeben worden sind. Die größte Sorge gelte weiterhin den Blöcken 1 bis 4; positiv bewertet wurde allerdings, dass es die Rettungskräfte geschafft hätten, Wasser in die Reaktorbehälter zu pumpen. Die Radioaktivität in den größeren Städten der Region sei jedenfalls "nicht gesundheitsgefährdend". Auf der Störfall-Skala INES stiegen die Blöcke 1 bis 3 von Stufe 4 auf 5.
17.31 Uhr: Tokio-Flug der AUA am Samstag fällt aus
Die Austrian Airlines (AUA) haben am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass im Rahmen des derzeit gültigen Sonderflugplans nach Tokio am Samstag der Kurs OS 051 (nach Tokio) und damit auch am Sonntag die Verbindung OS 052 (nach Wien) ausfallen. Passagiere nach Wien seien auf andere Flüge umgebucht worden. Der Sonderbetrieb sei eingerichtet, "um trotz der Krise in Japan die Strecke Wien-Tokio-Wien weiter sicher bedienen zu können", so die AUA. Die Airline verwies auch neuerlich darauf, dass auf den Flügen nach Tokio "ein Strahlenschutzexperte des österreichischen Bundesheers an Bord" sei, "der laufend die Strahlenbelastung misst".
17.13 Uhr: Deutscher Autohersteller Opel hält Werk wegen Teilemangels an
Die erste deutsche Autofabrik steht wegen der Japan-Krise bald still: Bei Opel fallen am Montag und Dienstag im Werk Eisenach jeweils zwei Schichten aus, wie ein Firmensprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das spanische Werk Saragossa wird sogar den ganzen Montag angehalten, womit drei Schichten verloren gehen. Am darauffolgenden Freitag fällt hier eine Acht-Stunden-Schicht aus.
Das Beben und der Tsunami in Japan hatten die dortige Auto- und Elektroindustrie in Mitleidenschaft gezogen. Die Produktion läuft nur langsam wieder an. Das bekommen auch die Abnehmer im Ausland zu spüren. Von anderen deutschen Autobauern sind noch keine akuten Engpässe bekannt.
16.28 Uhr: Tsunami-Welle in Japan war laut Studie mindestens 23 Meter hoch
Die Tsunami-Welle, die vor einer Woche die Nordost-Küste Japans verwüstete, war einer Untersuchung zufolge mindestens 23 Meter hoch. Dies habe am Freitag eine Studie des Forschungsinstituts der Hafenbehörde unter Auswertung von eigenen Messungen und GPS-Daten ergeben, berichtete die Tageszeitung "Yomiuri". Konkret sei die Wellenhöhe in Ofunato in der Präfektur Iwate gemessen worden, wo das Wasser ganze Siedlungen mitriss. Die höchste jemals registrierte Tsunami-Welle in Japan gab es alten Aufzeichnungen zufolge 1896 mit 38 Metern.
16.08 Uhr: Noch 40 ausreisewillige Österreicher in Tokio
Im Großraum Tokio haben sich am Freitag noch etwa 40 ausreisewillige Österreicher befunden. "Die meisten haben bereits Tickets, warten aber den letzten Moment ab, da sie ihren privaten und beruflichen Lebensmittelpunkt in Japan haben", sagte Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Die Botschaftsmitarbeiter werden inzwischen von einem Go-Team des Innenministeriums und einem Strahlenschutzexperten unterstützt. Am Samstag werden sie in Tokio sowohl die logistische Lage überprüfen als auch Messungen durchführen.
15.53 Uhr: Zahl der Opfer auf mehr als 6900 gestiegen
In Japan sind bei dem Beben und dem folgenden Tsunami vor einer Woche mindestens 6.911 Menschen ums Leben gekommen. Das meldete der Fernsehsender NHK am Freitag unter Berufung auf die Polizei. Nach diesen Angaben werden noch immer mehr als 17.000 Menschen vermisst. Andere Quellen sprachen am Freitag von über 10.000 vermissten Menschen. Damit hat das Erbeben mehr Opfer gefordert, als das Kobe-Beben 1995, bei dem mehr als 6.400 Menschen ums Leben kamen. Es ist die schlimmste Nachkriegskatastrophe des Landes.
15.50 Uhr: EU hilft Japan im Kampf gegen Atom-Katastrophe
Die EU will Japan im Kampf gegen die Folgen des Atomunglücks unterstützen. "Wir stehen mit technischer Hilfe bereit, um beim Herunterkühlen des Atommeilers zu helfen", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Dabei gehe es vor allem um mittel- und langfristige Hilfe: Nach ihren Angaben wird es rund ein Jahr dauern, bis der Reaktor komplett heruntergekühlt ist. In dieser langen Periode könnten die EU-Länder mit Material, technischen Geräten und Experten helfen. Bisher gebe es aber noch keine Anfrage der Regierung in Tokio.
15.40 Uhr: Wasserstoff in Reaktor 4
Im havarierten Reaktor 4 des japanischen Katastrophen-AKW Fukushima sammelt sich seit Freitag erneut explosiver Wasserstoff. Dies geht aus der aktuellsten Analyse des Japan Atomic Industrial Forum (JAIF) hervor. Das Risiko für eine weitere verheerende Wasserstoff-Explosion ist nach Expertenmeinung aber gering.
In dem bereits weitgehend zerstörten Reaktorgebäude 4 könne der Wasserstoff relativ schnell entweichen, sagte Reaktorexperte Hans-Josef Allelein von der RWTH Aaachen. "Da hat es schon gebrannt, das heißt, es bestehen schon Öffnungen." Kleine Wasserstoff-Explosionen seien möglich, "aber keine mit großen Auswirkungen".
15.30 Uhr: Krankenhäuser werden evakuiert
Das japanische Gesundheitsministerium will alle Krankenhauspatienten aus der 30-Kilometer-Sicherheitszone um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima herausholen. Das berichtete der Fernsehsender NHK am Freitag. Insgesamt wurden in den dortigen Kliniken 1.100 Patienten behandelt. Noch an diesem Freitag wollten Helfer 300 Patienten in sichere Krankenhäuser verlegen. Die restlichen 800 Patienten sollen in den nächsten Tagen mit Helikoptern und Sanitätswagen unter anderem nach Tokio und Yamagata gebracht werden.
15.15 Uhr: Stromleitung für Reaktor-Ruine steht
Im Wettlauf gegen die nukleare Katastrophe in Fukushima versucht Japan Zeit zu gewinnen. Der AKW-Betreiber Tepco hofft, dass er die havarierten Reaktoren 1 und 2 am Samstag über die wiederhergestellte Stromleitung versorgen kann, wie der Sender NHK am Freitag berichtete. Die Helfer hoffen, dass dann die Kühlung des AKW-Wracks in Gang kommt. Fast 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Tokio verspritzten zudem mit 30 Spezialfahrzeugen Wasser auf den Reaktor 3. Er ist wegen seiner Plutonium-Brennstäbe besonders gefährlich. Eine Woche nach dem Erdbeben stand die Lage weiter auf der Kippe.
Die erneuten Kühlversuche seien erfolgreich gewesen, betonte Regierungssprecher Yukio Edano. Der Fernsehsender zeigte auch einen Armeesprecher, der über Block 3 berichtete: "Wir haben das Ziel getroffen." Das Wasser soll eine Kernschmelze verhindern.
15.00 Uhr: Rumänischer Umweltminister will schärfere Sicherheitstests
Der rumänische Umweltminister Laszlo Borbely spricht sich angesichts der Atomkatastrophe in Japan für eine Verschärfung der Sicherheitstests für Atomkraftwerke aus. In einem Interview für Radio France International gab sich Borbely am Freitag zuversichtlich, dass das rumänische Atomkraftwerk im südöstlichen Cernavoda diesen Tests standhalten würde: "Nach dem derzeitigen Informationsstand gibt es kein Risiko, dass das AKW Cernavoda diese Tests nicht besteht", versicherte der Umweltminister. Es seien moderne Kraftwerke, deren Funktionsprinzip ein anderes sei als jene in Japan und einem Erdbeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala standhalten können, so der Minister.
Laut einer Analyse von Radio Free Europe befindet sich Cernavoda jedoch auf der Liste der Atomkraftwerke "mit potenziellen Sicherheitsproblemen", vor allem aufgrund der veralteten Architektur sowie der "mangelnden Vision des Personals" bei der Erstellung von Simulationen und Aktionsplänen im Falle von Naturkatastrophen.
14.30 Uhr: Zweithöchstes Gebäude der Welt trotzt dem Erdbeben
Der Sky Tree in Tokio, das weltweit zweithöchste von Menschenhand errichtete Gebäude, hat am heutigen Freitag - eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Japan - seine endgültige Höhe von 634 Metern erreicht. Die Arbeiten am Sky Tree, der auch der weltweit größte frei stehende Fernsehturm ist, konnten trotz des Bebens, das eine Stärke von 9.0 auf der Richterskala erreichte, fortgesetzt werden. "Wir habe eine geplante Feier im Hinblick auf die Opfer des Desaster abgesagt", erklärte ein Sprecher der Turmbetreiber.
14.00 Uhr: AUA will Geld nach Geigerzähler-Einsatz
Nach dem Geigerzähler-Einsatz am Dienstagabend an der AUA-Maschine aus Tokio auf dem Flughafen Wien will die Airline nun Geld von der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung. Durch die "völlig überflüssige Aktion" (Vorstand Peter Malanik) seien 7.100 Euro an Kosten angefallen, bestätigte Austrian-Sprecher Martin Hehemann am Freitag einen Bericht des ORF Niederösterreich. Der Behörde sei für die Erstattung bereits eine Kontonummer übermittelt worden.
13.45 Uhr: Zweideutige Aussendung der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht derzeit grundsätzlich keine Gefahr bei Reisen nach Japan. Dies gelte aber nicht für die Regionen im Norden, wo die havarierten Atommeiler stünden und wo es wegen des Erdbebens und des Tsunami heftige Verwüstungen gebe, sagte ein WHO-Sprecher am Freitag in Genf.
Die von den Atommeilern ausgehende radioaktive Strahlung liege dagegen außerhalb der Sperrzonen weiterhin unterhalb des Bereichs, der als gesundheitsgefährdend gilt. "Außerhalb dieser Zonen gibt es keine gesundheitlichen Gründe, nicht zu reisen", sagte der Sprecher. Dies gelte auch für Tokio.
13.15 Uhr: Regierungschef: "Wir werden Japan neu aufbauen"
Sichtlich bewegt hat der japanische Ministerpräsident Naoto Kan seiner Bevölkerung im Fernsehen Mut zugesprochen. Japan stehe vor der größten Krise der Nachkriegszeit, werde diese aber "überwinden und sich erholen", sagte er am Freitagabend (Ortszeit) in einer live übertragenen Pressekonferenz.
Als Antwort auf die Katastrophen würden in Japan alle verfügbaren Kräfte gebündelt. Die erste Woche nach Beben und Tsunami habe die Bevölkerung mit Ruhe bewältigt, lobte Kan. Den Opfern und Angehörigen der Opfer drückte Kan sein Beileid und Mitgefühl aus.
12.40 Uhr: Deutlich erhöhte Strahlung 30 Kilometer vor AKW festgestellt
Noch mehr als 30 Kilometer vom Katastrophen-AKW Fukushima entfernt ist eine deutlich erhöhte Strahlenbelastung festgestellt worden. Die Verstrahlung nordwestlich der havarierten Anlage lag bei 170 Microsievert am Donnerstag und 150 Microsievert am Freitag, wie das japanische Wissenschaftsministerium mitteilte. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
Die höchste Belastung habe dabei in einer Zone gelegen, die bisher nicht evakuiert worden ist. Die Menschen hier wurden lediglich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Nach Expertenmeinung nehmen Menschen bei der gemessenen Belastung innerhalb von sechs bis sieben Stunden so viel Strahlung auf, wie sonst innerhalb eines Jahres gerade noch verträglich wäre.
12.20 Uhr: US-Militär bietet Japan Hilfe von 450 Strahlenexperten an
Das US-Militär hat Japan Unterstützung durch 450 Strahlenexperten angeboten. Die Einheit könne dem Land bei der Bewältigung seiner Nuklearkrise helfen, sagte der Befehlshaber des US-Pazifikkommandos, Admiral Robert Willard, am Freitag nach Angaben der japanischen Agentur Kyodo. Ein Team aus neun US-Spezialisten sei bereits nach Japan geschickt worden. Es soll die Behörden unterstützen, den drohenden Super-GAU in den außer Kontrolle geratenen Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima abzuwenden. Die US-Experteneinheit könne unter anderem zur Strahlenmessung und Dekontamination verstrahlter Menschen oder Objekte eingesetzt werden, hieß es.
12.10 Uhr: Paris plant mit Japan Bau von Atmea-Reaktor
Frankreich denkt nach Medienberichten über den Bau eines neuartigen mittelgroßen Atomreaktors nach, der bereits mit Japan entwickelt wird. Der französische Areva-Konzern arbeite gemeinsam mit dem japanischen Mitsubishi-Konzern an der Konzeption des sogenannten Atmea-Reaktors, berichtete die französische Zeitung "Le Figaro" (Freitag). Er gilt als abgespeckte Version des von Areva mit Siemens entwickelten Druckwasser-Reaktors EPR, der mit seinen 1650 Megawatt als leistungsstarkes Atomkraftwerk der dritten Generation zur Zeit in Finnland, China und Frankreich entsteht. Inwieweit die gemeinsamen Arbeiten vom aktuellen Atomchaos in Japan beeinflusst werden könnten, wird nicht berichtet.
11.40 Uhr: Japanische Sportler gründen Hilfsprojekt
Nach der Erdbebenkatastrophe wollen mehrere japanische Sportgrößen ihr Heimatland mit einem Hilfsprojekt unterstützen. Der Fonds namens "Team Japan" hat nach fünf Tagen bereits rund 160.000 Euro gesammelt. Die Initiative gehört zum vom Triathleten Masuro Yumoto initiierten Wohltätigkeitsprojekt "JustGiving Japan". Zu den Athleten, die sich an der Aktion beteiligen, zählt unter anderen Weltklasse-Hürdenläufer Dai Tamesue.
11.30 Uhr: Japans Regierungschef verspricht mehr Information
Auf die massive Kritik am Krisenmanagement der japanischen Regierung hat Ministerpräsident Naoto Kan mit dem Versprechen reagiert, mehr Informationen über die Atomkrise zu liefern. "Ich möchte versprechen, dass wir der (internationalen Atomenergiebehörde) IAEA so viele Informationen wie möglich zur Verfügung stellen wollen, auch der ganzen Welt", sagte Kan nach einem Treffen mit IAEA-Chef Yukiya Amano am Freitag in Tokio.
Amano versicherte die Bereitschaft der IAEA, Japan beim Kampf gegen das Atom-Chaos zu unterstützen, berichtete die Agentur Kyodo. Der IAEA-Chef fordert weiter eine bessere Aufklärung: "Die internationale Gemeinschaft will eine exaktere und schnellere Information", sagte er vor Journalisten. Ein vierköpfiges IAEA-Team werde sich an der Überwachung der Radioaktivität beteiligen und sich dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima "in einigen Tagen" nähern, sagte Amano.
11.20 Uhr: Wind könnte am Wochenende wieder drehen
Die radioaktive Wolke aus dem AKW Fukushima zieht derzeit auf den Pazifischen Ozean hinaus. Doch laut Berechnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien könnten gegen Sonntagmittag auch Teile Japans erfassen. Am Sonntag erreicht schließlich eine Front aus Südwesten das Krisengebiet und führt zu teilweise kräftigen Niederschlägen. Hinter der Front werden allerdings nördliche Winde prognostiziert, womit die Lage für den Großraum Tokio kritischer werden könnte, hieß es am Freitag in einer Aussendung.
11.00 Uhr: Honda verlängert Produktionsstopp
Der japanische Autobauer Honda verlängert seinen Produktionsstopp wegen der Folgen des Bebens und Tsunamis in Japan bis zum Mittwoch. Das kündigte der Konzern am Freitag an. Zunächst sollten die Laufbänder nur bis Sonntag stillstehen.
10.40 Uhr: Japans Regierung verbietet Abzug der Arbeiter aus AKW
Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 1 einem Bericht zufolge verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. Wie die Zeitung "Mainichi Shimbun" am Freitag berichtete, äußerte der Energieversorger Tepco am Montag gegenüber der Regierung Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten. Demnach kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass es "schwierig" sein werde, das Kraftwerk nach den Explosionen und Bränden an den Reaktoren wieder unter Kontrolle zu bringen. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen.
"Eine Abberufung ist unmöglich", zitierte die Zeitung Kan. "Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht", soll er demnach entgegnet haben. Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagte dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und "sterben".
10.25 Uhr: Japans Atombehörde stufte Schwere des Akw-Unfalls herauf
Die japanische Atomsicherheitsbehörde hat die Schwere des Akw-Unfalls in Fukushima heraufgestuft. Dieser habe nun die dritthöchste Stufe auf der Internationalen Bewertungsskala (INES), teilte die Behörde am Freitag mit. Damit werden die Ereignisse am Kraftwerk in Fukushima nicht mehr als "Unfall" der Stufe vier, sondern als "ernster Unfall" der Stufe fünf bewertet. Die Bewertungsskala hat insgesamt sieben Stufen.
09.45 Uhr: Kühlversuche scheinen erfolgreich
Die erneuten Kühlversuche am Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins sind erfolgreich. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Freitagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Der Fernsehsender zeigte auch einen Armeesprecher, der berichtete: "Wir haben das Ziel getroffen". Seit dem Nachmittag spritzen Wasserwerfer erneut auf den Reaktor. Das Wasser soll die Kernschmelze verhindern. Die Brennelemente im Block 3 enthalten das hochgiftige Plutonium.
09.10 Uhr: Yen rutscht nach G7-Intervention kräftig ab
Vor dem Hintergrund der Erdbebenkatastrophe in Japan rückt am Devisenmarkt die Entwicklung des Yen in den Fokus. Zuletzt hatte die Devise deutliche Zuwächse erzielt, da Japaner ihr Geld aus ausländischen Investitionen zurück in die Heimat zogen und damit die Nachfrage nach Yen und den Wechselkurs kräftig in die Höhe trieben.
Nun haben sich die G7-Staaten erstmals seit dem Jahr 2000 auf eine Intervention am Devisenmarkt geeinigt. Alle Mitgliedsstaaten werden heute Yen verkaufen, sobald ihre Märkte öffnen, hieß es. Aus dem Finanzministerium in Tokio wurde bekannt, man werde die geldpolitischen Zügel weiter locker halten, damit die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht wieder in die Rezession abrutscht.
08.55 Uhr: AKW zuschütten
Der Betreiber des japanischen Unglücksreaktors Fukushima eins hat erstmals öffentlich erwogen, das Kraftwerk unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. "Es ist nicht unmöglich, die Reaktoren mit Beton zu überziehen", teilte Tepco am Freitag mit. Zunächst solle aber weiter versucht werden, den Reaktor abzukühlen.
Nach der Katastrophe in Tschernobyl wurde ebenfalls mit Sand und Beton eine Deckschicht geschaffen. Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagten japanische Ingenieure. Das Unglück 1986 in Tschernobyl gilt als weltgrößter Atomunfall. Damals war ein sowjetischer Reaktor explodiert.
08.05 Uhr: Strahlungsbelastung durch AKW räumlich begrenzt
- Die Strahlungsbelastung aus dem schwerbeschädigten Atomkraftwerk Fukushima eins in Japan bleibt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) räumlich begrenzt. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es weiterhin keinen Hinweis darauf, dass sich die Strahlung über die Zone um die Reaktoren hinaus ausbreitet", sagte der WHO-Vertreter in China, Michael O'Leary, am Freitag. Allerdings müsse die Lage genau beobachtet werden.
"Dinge können sich offensichtlich ändern und haben sich in dieser letzten Woche geändert", so O'Leary. Er gehe davon aus, dass die Auswirkungen auf China und andere Nachbarländer Japans bei einem großen Leck in dem AKW gering wären. Die Reaktoren seien ziemlich weit von der Volksrepublik entfernt. Trotzdem haben Chinesen längst mit massenhaften Käufen von Jodsalz begonnen. Fälschlicherweise gehen viele davon, sich durch die Einnahme von Jodsalz vor Radioaktivität schützen zu können.
7.55 Uhr: Japan hielt Schweigeminute für Opfer ab
Genau eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami hat Japan der Opfer der Naturkatastrophe gedacht. Im am schwersten betroffenen Nordosten des Landes wurde am Freitag um 14.26 Uhr (6.46 Uhr MEZ) eine Schweigeminute abgehalten. Der Fernsehsender NHK zeigte Bilder aus einer Notunterkunft in Yamada in der verwüsteten Provinz Iwate, wo sich ältere Überlebende Hand in Hand symbolisch vor den Opfern verbeugten.
7.21 Uhr: IAEO-Chef wird AKW Fukushima nicht besichtigen
Der aus Japan stammende Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Yukiya Amano, wird bei seinem Besuch in seinem Heimatland das schwer beschädigte Kernkraftwerk Fukushima eins nicht besichtigen. Der Generalsekretär des Amtes mit Sitz in Wien war am Donnerstag von Österreich nach Japan geflogen, um sich selbst ein Bild von der Katastrophe zu machen.
6.45 Uhr: Laut US-Behörden kein Gesundheitsrisiko an Westküste
Nach Einschätzung der US-Behörden droht den Menschen an der amerikanischen Westküste kein Gesundheitsrisiko durch die Reaktorunfälle in Japan. Die Strahlung, die das amerikanische Festland erreichen könnte, sei "so gering", dass sie keine Bedrohung darstelle, sagte Howard Backer, Leiter der kalifornischen Gesundheitsbehörde, am Donnerstag in Sacramento. Es könnte Tage dauern, bis die Partikel - vermutlich zuerst in Alaska - eintreffen, erklärte Backer nach Angaben der "Los Angeles Times".
6.39 Uhr: Wasserfontänen aus Fahrzeugen auf Reaktoren gesprüht
Im Atomkraftwerk Fukushima eins haben Soldaten und Feuerwehrleute mit einem zweiten Kühlversuch begonnen. Am Freitag gegen 14.00 Uhr (Ortszeit) richteten Einsatzfahrzeuge der Armee ihre Wasserfontänen auf die Reaktoren. Der Fernsehsender NHK zeigte Live-Bilder vom Start der Aktion, deren Ziel zunächst der Block 3 war, Reaktor 4 sollte folgen. Ein TV-Kommentator berichtete, dass sich anfangs sieben Armeefahrzeuge bei dem Kühleinsatz abwechseln sollten. Nach einigen Minuten stieg weißer Dampf von Block drei auf.
5.49 Uhr: Bisher keine Belastungen bei Lebensmittel-Tests in Japan
Bei den Lebensmittel-Tests der japanischen Behörden sind bisher keine höheren Belastungen als erlaubt festgestellt worden. Das berichtete das Gesundheitsministerium. Die japanische Regierung hatte die lokalen Behörden angewiesen, heimische Produkte auf Radioaktivität zu testen. Die Überprüfungen erstrecken sich vor allem auf frische Produkte aus Regionen, die mit dem Unfall zu tun haben, sagte Vize-Gesundheitsminister Kohei Otsuka. Verpflichtet zu den Tests seien aber sämtliche Behörden im ganzen Land.
4.53 Uhr: Möglicherweise auch für Reaktor 1 Wasserkühlung von außen
Die japanische Regierung prüft, ob auch Reaktor 1 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eins von außen mit Wasser gekühlt werden kann. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am Freitag, wenn das gelinge, würde die Situation weniger gefährlich. Bisher war nur vorgesehen, das Kühlsystem an Block 1 mittels einer neuen Stromleitung wieder in Gang zu bringen.
4.49 Uhr: Strahlenbelastung bei AKW laut Tepco leicht gesunken
Das Kühlen des beschädigten Atomkraftwerkes Fukushima eins mit Löschhubschraubern und Wasserwerfern scheint einen minimalen Erfolg gehabt zu haben. Am Donnerstagabend (20.40 Uhr Ortszeit) sei die Intensität der radioaktiven Strahlung leicht zurückgegangen, wie der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco berichteten.
4.40 Uhr: Lage der Flüchtlinge angesichts Kälte immer dramatischer
Erdbeben, Flutwelle, Atom-Gefahr und nun auch noch die Kälte: Die Lage der nach der Naturkatastrophe obdachlosen Japaner wird angesichts eines Wintereinbruchs immer dramatischer. Dem TV-Sender NHK zufolge sind mindestens 25 Flüchtlinge in den Lagern schon gestorben. Sie seien meist alt und total entkräftet gewesen - womöglich wären sie ohne den Kälteeinbruch noch am Leben. Neben dem Problem mit der Kälte fehle es weiterhin an Trinkwasser und Essen.
4.04 Uhr: Mehr als 16.600 Tote und Vermisste in Japan
Eine Woche nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami in Japan haben die Behörden des Landes erneut die Opferzahlen nach oben korrigiert. Mehr als 16.600 Menschen seien tot oder vermisst, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Tod von 6.405 Menschen ist demnach bestätigt, von 10.259 Menschen fehlte jede Spur. Die Zahl der Verletzten wurde mit 2.409 angegeben.
2.21 Uhr: Tepco plant Zwei-Fronten-Taktik für havarierte Reaktoren
Mit einem Kampf an zwei Fronten wollen die Techniker im havarierten Atomkraftwerk Fukushima eins die Kontrolle über die vier beschädigten Reaktoren zurückgewinnen. Einerseits soll an den Blöcken 1 und 2 eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Das berichtete ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA am Freitagmorgen (Ortszeit) in einer vom TV-Sender NHK übertragenen Pressekonferenz. Der Versuch für die neue Stromanbindung der beiden Blöcke solle noch am Freitag starten.
1.32 Uhr: G-7 einigen sich auf Intervention am Devisenmarkt
Japan hat sich mit der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie den Notenbanken der USA, Großbritanniens und Kanadas auf eine Intervention am Devisenmarkt geeinigt. Das teilte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda am Freitag nach einen Telefonat der sieben führenden Industrienationen (G-7) mit. Japans Notenbank sei seit 01.00 Uhr (MEZ) aktiv, die anderen Zentralbanken würden handeln sobald ihre Märkte öffneten.
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