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Zuletzt aktualisiert: 17.03.2011 um 22:22 UhrKommentare

Die Spätfolgen von Tschernobyl

Weite Gebiete in Österreich strahlen noch immer als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Zerstörte Bedienpulte stehen im Leitstand des Reaktors Nummer Vier im Kernkraftwerk in Tschernobyl in der Ukraine, der am 26. April 1986 explodiert war

Foto © APZerstörte Bedienpulte stehen im Leitstand des Reaktors Nummer Vier im Kernkraftwerk in Tschernobyl in der Ukraine, der am 26. April 1986 explodiert war

Auch 25 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl sind die Folgen der Katastrophe in Österreich noch mess- und spürbar. Besonders in jenen Gebieten des Landes schlagen die Messgeräte noch immer stark aus, wo im April 1986 heftige Regenfälle den radioaktiven Staub aus dem zerstörten Reaktor über unser Land verteilten. Besonders betroffen vom giftigen Fallout, dem radioaktiven Niederschlag, waren Salzburg, das südliche Oberösterreich, Kärnten und die Steiermark. Hier ging der radioaktive Regen besonders über der Koralm, Weinebene, die Schladminger Tauern und das Tote Gebirge und nieder. Mit schleichenden gesundheitlichen Spätfolgen.

"Je nach Studie muss man zwischen 500 und 1600 Toten ausgehen, die zumindest statistisch auf die dieses Ereignis zurückzuführen sind", sagt Ewald Plantosar, Strahlenschutzbeauftragter des Landes Steiermark. Bestimmte Krebserkrankungen wie Leukämie oder Schilddrüsenkrebs lassen sich auf die große Strahlenbelastung von damals zurückführen.

Belastete Wildschweine

Vor allem das Kernspaltprodukt Cäsium 137 mit einer Halbwertszeit von ca. 30 Jahren ist noch immer reichlich in den belasteten Gebieten anzutreffen, mit bis zu 100 Kilobecquerel wie die Strahlenkarte des Umweltamtes zeigt.

Pilze, Wild und frei im Wald lebende Wildschweine sind am meisten belastet, zeigt dazu eine Untersuchung der Gesundheitsagentur Ages. Deshalb, weil im unbearbeiteten Waldboden Cäsium 137 viel leichter aufgenommen wird als auf Acker oder Wiese. Wildschweine weisen dabei sogar doppelt so hohe Dosen auf wie etwa Rehe, weil sie durch das Wühlen in der oberen Waldbodenschicht am meisten mit Cäsium belastete Nahrungsbestandteile aufnehmen.

Man müsste aber schon eine große Menge an Wild(schwein) verzehren, um auf eine Strahlenbelastung zu kommen, die der natürlichen jährlichen Strahlung entspricht. Strahlenexperte Ewald Plantosar gibt daher Entwarnung: "Die Belastungen im Boden als auch in Pilzen oder im Wild aus den betroffenen Gebieten gibt es zwar, sind aber keineswegs gesundheitsgefährdend." Hochkontaminiertes Wildbret sollte man dennoch meiden.

HELMUT BAST

25 Jahre danach

In jenen Gebieten, in denen 1986 das radioaktive Cäsium 137 niederging, ist auch jetzt noch, 25 Jahre danach, die radioaktive Verstrahlung messbar. Cäsium baut nach 30 Jahren die Hälfte seiner gefährlichen Kraft ab. Laut Behörden besteht aber heute keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit.

Fallout war über den Bergen am größten

Heftige Regenfälle verteilten nach dem Super-GAU von Tschernobyl im April 1986 den radioaktiven Staub über weite Teile des Bundesgebietes. Vor allem auf das südliche Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und die Steiermark ging damals eine Cäsium 137-Wolke nieder.

Grafik

Grafik © APA

Grafik vergrößernAtomkraftwerke rund um ÖsterreichGrafik © APA

Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Fukushima: Mutationen bei Schmetterlingen 

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Fukushima: Rückkehr zur Atomenergie

Schweigeminute im Energieversorgungsunternehmen TEPCO. Mitarbeiter der F...Noch nicht bewertet

 


Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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