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Zuletzt aktualisiert: 16.03.2011 um 17:02 UhrKommentare

Schwechat: Geigerzähler-Einsatz "überzogen"

Für wissenschaftliches Kopfschütteln haben die am Flughafen Schwechat durchgeführten Strahlenuntersuchungen von Passagieren gesorgt, die aus Tokio kommend in Wien landeten.

Foto ©

Auf die Frage, ob die von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft angeordnete Maßnahme auch etwas bringe, antwortete Strahlenmediziner Franz Kainberger von der Universität Wien im APA-Gespräch: "Nein, es ist eine aus der allgemeinen Situation übermäßiger Sorge wohl verständliche, aber aus fachlichen Überlegungen überzogene Aktion."

Kuriosum am Rande: Passagiere sind auf ihrem Weg von Tokio nach Wien aufgrund der großen Flughöhe von mehr als 10.000 Metern kosmischer Strahlung ausgesetzt, die die derzeitigen Werte in Tokio "um ein Vielfaches übersteigen", erklärte Kainberger. Diese werde jedoch vom menschlichen Körper nicht so aufgenommen wie etwa Radioaktivität, weil sie nicht an Staubpartikeln anhaftet. "Es handelt sich dabei um besonders kurzwelliges Licht - ähnlich wie UV- oder Röntgenstrahlen."

Fazit: Sobald man also Schwechater Boden betritt, ist die kosmische Strahlung weg, denn diese wird von der Erdatmosphäre abgeschirmt. Und aufgrund der Tatsache, dass die Radioaktivität in Tokio noch relativ gering ist, scheint es zum aktuellen Zeitpunkt nahezu unmöglich, dass es bei Passagieren, die aus Japan einreisen, im Geigerzähler "knistert".


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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