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Japan zwei Jahre nach "3/11" US-Küstenwache feuerte auf Tsunami-"Geisterschiff" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Japan zwei Jahre nach der Katastrophe Nächster Artikel Japan zwei Jahre nach "3/11" US-Küstenwache feuerte auf Tsunami-"Geisterschiff"
Zuletzt aktualisiert: 16.03.2011 um 10:22 UhrKommentare

Ausländer fliehen aus Japan

Während die Japaner versuchen, ruhig und gefasst auf die nukleare Bedrohung zu reagieren, greift unter den Ausländern die Panik um sich. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Region um Tokio zu verlassen.

Diese Australier warten seit Tagen auf ihren Heimflug

Foto © APADiese Australier warten seit Tagen auf ihren Heimflug

Der Kontrast könnte nicht größer sein. In der Bahnhofshalle in Kyoto ist es ein Tag wie jeder andere. Lachende Schülerinnen in ihren Faltenröcken und Kniestrümpfen vergleichen ihre neuesten Schnäppchen. Nur wenige Meter weiter am Bahnsteig 30 drängen sich nervöse Gaijins - also Ausländer - in den Flughafenexpress nach Osaka. Sie wollen nur eins - raus aus Japan nach der Erdbebenkatastrophe und der Strahlungsgefahr, die vom beschädigten Kernkraftwerk Fukushima eins ausgeht.

"Es ist wie in so einem Katastrophenfilm. Ich hab' mir früher immer gedacht, so was passiert doch nicht", sagt eine Reisende. Die Italienerin versucht nun mit ihren zwei Töchtern Japan zu verlassen. Ihr deutscher Mann bleibt vorerst zurück. "Wir haben gestern gesagt - wir müssen hier raus. Wegen der Kinder."

"Es ist alles so schade. Wir waren erst seit zwei Monaten hier und hatten uns gerade eingelebt", sagt sie. Die siebenjährige Marlene sieht die positive Seite: "Ich vermisse immer noch meine Freundin in Deutschland. Die sehe ich ja jetzt wieder."

"Das Risiko zu bleiben, ist es einfach nicht wert", meint der US-Bürger Frank, der seine Zelte in der Stadt Nagoya abgebrochen hat. "Man kann die Strahlung nicht sehen und nicht fühlen." Am Kansai Flughafen in Osaka herrschen - typisch Japanisch - Ruhe und Gelassenheit. Verglichen mit Bildern aus der Krisenregion wirkt die Stimmung beinahe surreal. Kein Gedränge, klassische Musik klingt sanft aus den Lautsprechern in der Abflughalle, Reisende sitzen bei Kaffee und Kuchen.

Allerdings sind viele Flüge dicht, die Wartelisten lang. Noch dazu sind die Flugpreise laut Angaben von Reisenden und europäischen Botschaften massiv gestiegen; das vielleicht rettende Ticket ist nicht bezahlbar. "Das ist echt eine Schweinerei", sagt eine deutsche Reisende. Eine Fluglinie verlangte mehr als 5.000 Euro für ein Ticket nach Asien. Ein Lufthansa-Flug bringt sie nun erheblich günstiger nach München.

Auch manchen Japanern wird die Lage im Atomkraftwerk Fukushima mittlerweile zu brenzlig. Sie schlagen sich per Zug, Bus oder Auto in den Südwesten und nach Kyushu durch, der südlichsten der vier Hauptinseln Japans. Kyushu gilt als sicher.

Ivonne Marschall/dpa

Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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