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Zuletzt aktualisiert: 14.03.2011 um 12:10 UhrKommentare

Grüne und FPÖ fordern Ausstieg aus Nuklearenergie

Österreichs Grüne haben sich am Montag als Konsequenz aus der Katastrophe in Japan für einen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen.

Foto © Reuters

Ein erster Schritt müsse die sofortige Stilllegung europäischer Risikoreaktoren sein, so Bundessprecherin Eva Glawischnig in einer Pressekonferenz. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will sich gegen die Atom-Lobby zur Wehr setzen. Das BZÖ kritisierte Umweltminister Niki Berlakovich (V).

"Monster nicht beherrschbar

Laut Glawischnig wollen sich die Grünen europaweit akkordiert gegen die Atomkraft stark machen. Vor allem müssten nun Siedewasserreaktoren, solche ohne Schutzhüllen und auf Erdbebenlinien sowie besonders alte Anlagen stillgelegt werden. Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner sprach von menschlichem Zerstörungswerk. "Was muss noch passieren, bis klar ist, dieses Monster ist nicht beherrschbar?", fragte er.

Für Strache ist durch die Ereignisse in Japan einmal mehr belegt, dass Nuklearkraftwerke ein völliger Irrweg seien. Leider hätten die verantwortlichen Politiker und Energiekonzerne 25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl offenbar noch immer nichts dazugelernt, kritisierte er in einer Aussendung. Europa müsse jetzt ernsthaft mit dem Ausstieg aus der Atomenergie beginnen.

BZÖ-Chef Josef Bucher fordert in seiner Funktion als Kärntner Bündnisobmann eine gemeinsame Initiative von Land und Bund für eine rasche Schließung des AKW Krsko in Slowenien. Umweltsprecher Robert Lugar kritisierte die Atomstromimporte nach Österreich. Minister Berlakovich tue sich durch Beschwichtigungen und Worthülsen hervor.


Die Katastrophe

Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löst auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe fordert rund 15.800 Tote und mehr als 3.700 Vermisste.

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100.000 Menschen müssen ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168 mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

 

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Die Erde bebt, die Kamera läuft

Viele Menschen haben das Geschehen in Japan in ergreifenden Videos festgehalten - ihre Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe. Außerdem: Video-Interviews mit Experten.

Atomkraftwerke rund um Österreich

200 Kilometer rund um Österreich stehen 31 Atomreaktoren. Auch in erdbebengefährdeten Gebieten.



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