"Zuerst dachte ich, ich bilde mir das nur ein"
Wie Österreicher das Beben in Japan erlebten.

Foto © BirnbaumStefan Trummer-Fukada
Im fünften Stock seines Hotels in Tokio, wo er gerade auf Trainingslager ist, erlebte der Salzburger Judoka Ludwig Paischer das Beben mit. "Zuerst dachte ich, ich bilde mir das ein, als das Wasser in der Mineralwasserflasche zu schaukeln angefangen hat", erzählt der Olympia-Zweite von Peking 2008 im Telefonat mit der APA. "Doch dann hat der Fernseher gewackelt und es ist Vollgas losgegangen." Das Hotel sei evakuiert worden, Paischer fand sich in den Straßen Tokios inmitten einer Menschenmenge wieder.
Seit 1999 in Kobe
Stefan Trummer-Fukada (42) stammt aus Bruck an der Mur und lebt seit 1999 in Kobe. "Es hat zwar hier auch gewackelt, aber nicht schlimmer als sonst auch", schildert er der Kleinen Zeitung. Panik habe keine geherrscht. "Direkte Beben kennt man sofort. Das kracht und rüttelt von unten rauf. Dann sucht man schon das Weite, aber das heute war eindeutig seitlich. Vor dem Beben wurde er über TV gewarnt, "zwischen der Meldung und dem Beben war höchstens eine Minute".
Man sei hier an Erdbeben gewöhnt und wisse auch, was zu tun ist, erzählt der Steirer. "Deswegen scheint selbst in Tokyo keine große Panik zu sein. "Jetzt kommen aber laufend Horrormeldungen. 200 bis 300 angespülte Leichen, eine ganze Stadt in Flammen . . . Es wird noch länger dauern, bis da jemand einen Durchblick hat."
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