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    Zuletzt aktualisiert: 08.08.2012 um 20:17 UhrKommentare

    30 Muren verwüsteten das Tauerntal

    Auf 1,5 Millionen Euro werden die Unwetterschäden entlang des Tauernbaches in Matrei geschätzt. Zwei Kühe wurden tot geborgen, weitere Tiere werden noch vermisst.

    Foto © Gemeinde Matrei

    Laut spricht der Matreier Bürgermeister Andreas Köll am Eingang ins Tauerntal in Raneburg aus, was man aus seinem Munde nicht vermuten würde: "Nicht auszudenken, wenn hier schon ein Speichersee für das Kraftwerk Tauernbach gewesen wäre." Tatsächlich lässt der Blick über die Almwiesen erahnen, was passieren hätte können, wenn tatsächlich die 30 Muren mit Abertausenden von Kubikmeter Geröll in den geplanten 20 Millionen Kubikmeter Speichersee gedonnert wären, statt in den Tauernbach. Aber auch dass hat am vergangenen Samstagnachmittag, als sich der Himmel zwischen Virgen und dem Tauerntal öffnete, gewaltige Schäden angerichtet. Köll: "Die Bauern sind um ihr Leben gelaufen, als das Unwetter hereinbrach." Darunter war auch Ex-Bauernbundobmann Friedrich Schneeberger. Auf seiner Wiese sind bisher zwei Tote Kühe von der FF Matrei geborgen worden, weitere werden noch vermisst. Wer, was, wann wieder aufbaut, steht laut Köll in den Sternen - weil es in solchen Fällen keine Unterstützung mehr seitens des Bundes gibt. Nach einer Besichtigung der zuständen Behörden - Flussbauamt, Wildbach- und Lawinenverbauung - sei der Gemeinde Matrei und den betroffenen Bauern eine Entschädigung im Ausmaß von 10.000 bis 30.000 Euro in Aussicht gestellt worden.

    Gemeinden müssen zahlen

    "Alles wird vom Bund auf die Gemeinden abgewälzt, und wenn nach einem Murabgang kein Siedlungsraum mehr betroffen ist, fällt die Zuständigkeit überhaupt der Gemeinde zu", ärgert sich Bürgermeister Köll. Der in diesem Zusammenhang von einem "österreichweiten Skandal" spricht, den er Tirols Landeshauptmann Günther Platter nahelegen will, als Vorsitzenden der Landeshauptleute-Konferenz zu thematisieren. Allein die Marktgemeinde Matrei muss in Zukunft nach Murabgängen in ihrem Einzugsgebiet aus 100 Geschiebebecken auf eigene Kosten Geröll, entwurzelte Bäume und Erdreich räumen lassen. Die Gemeinden Nußdorf-Debant und Dölsach aus jeweils 50. Köll: "Zur Beseitigung der Unwetterschäden im Tauerntal können wir nicht einmal das Bundesheer anfordern - aus Spargründen und weil es kein Siedlungsgebiet ist."

    Straßen teilweise wieder befahrbar

    Am 1. August 2012 verschüttete ein heftiger Steinschlag die Schlaitner Landesstraße über mehrere Meter hinweg. Das Geröll wurde zwar schnell entfernt, allerdings geht von dem über der Straße befindlichen Felsen noch eine große Gefahr aus. "Es gibt über Glanz eine Zufahrtsmöglichkeit nach Schlaiten, die für den Postbus aber leider nicht geeignet ist", informiert Bürgermeister Ludwig Pedarnig. Die Versorgung des Ortes wurde mittlerweile anderweitig über einen alten Gemeindeweg sichergestellt. Die Landesstraße wird nun zwischenzeitlich mit Betonleitwänden und Gittern gesichert. "Vielleicht schon ab, morgen, Freitag, sonst ab 13. August wird der betroffene Straßenabschnitt abends von 18 Uhr bis morgens 7.15 Uhr einspurig und durch eine Ampel geregelt befahrbar sein, untertags blockiert die eigens beauftragte Spezialfirma mit ihren Ankerungsarbeiten am Gestein die Fahrbahn", so Pedarnig. Mit einer vollkommenen Freigabe der Straße sei nicht vor Schulbeginn zu rechnen.

    Auch die Fahrt ins Debanttal war nach einer Mure Ende Juli nur erschwert möglich. Das Tal war kurzzeitig vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten und daraufhin lediglich über Iselsberg erreichbar. Inzwischen ist die Straße aber wieder passierbar. "Die Aufräumarbeiten sind bis Ende dieser Woche höchstwahrscheinlich beendet, bis dahin sind allerdings noch kurze Wartezeiten möglich", so Bürgermeister Andreas Pfurner.

    Die Pustertaler Höhenstraße ist - nachdem sie im Juli in Assling ebenfalls von einem Erdrutsch verschüttet worden war - zurzeit wieder voll befahrbar.

    Salzburger Pioniere unterstützen Virgen

    Das Katastrophenereignis Firschnitzbach wird wohl kein Virger so schnell vergessen. Am 4. August 2012 hat eine Schlammlawine das halbe Dorf erfasst und eine Spur der Verwüstung gezogen. Seit knapp einer Woche laufen die Aufräumarbeiten bereits auf Hochtouren. Seit Tagen sind Freiwillige Feuerwehr, Bergrettung, Bundesheer, Baubezirksamt, Wildbach- und Lawinenverbauung sowie zahlreiche Freiwillige im Einsatz. "Die Verbauung des Firschnitzbaches hat die Großkatastrophe verhindert, sonst hätte die Mure mehrere Häuser im Ortskern mitgerissen", sagt Otto Unterweger, Gebietsleiter von der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol, der mit rund 250.000 Euro für die Aufräumarbeiten am Firschnitz- und Mellitzbach rechnet. "Die Kosten für die Brücken sind hier jedoch nicht erhalten", fügt Unterweger hinzu.

    Herbert Bauer, Militärkommandant von Tirol, machte sich am vergangenen Montag selbst ein Bild von der Katastrophe und leitete weitere Maßnahmen ein. Zur Beseitigung der Vermurungen kam nicht nur schweres Gerät, wie ein Pionierpanzer zum Einsatz, es mussten auch schwere Gesteinsbrocken gesprengt werden. Somit stehen in Virgen zurzeit 120 Soldaten vom Militärkommando Tirol, Jägerbataillon 24, Pionierbataillon 2 und Führungsunterstützungsbataillon 1 im Assistenzeinsatz. Nach harter Aufräumarbeit heißt die Botschaft: Die Virgental Landesstraße (L 24) ist wieder jederzeit frei befahrbar. Auch alle Gemeindestraßen sind geräumt.

    GÜNTHER HATZ, ALEXANDER ZOLLNER, MERSIHA KASUPOVIC

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